Ab heute bin ich finanziell frei!

Zack – erwischt! Mit einem süßem Katzenbild und dem Schlagwort “finanziell frei” kriegt man immer noch die meisten Klicks.

Aber ich muss dich enttäuschen.

1. Ich hasse Katzen.
2. In diesem Beitrag geht es nicht um die “typische” Finanzielle Freiheit.

Es geht darum, dass ich mich frei mache – von allen unnötigen Finanzthemen.

Genauer gesagt mache ich mich frei von dem täglichen Börsenlärm. Von den stündlichen Berichterstattungen und Kursanalysen. Von den zahlreichen Aktientipps selbsternannter Experten. Von der ständigen Suche nach scheinbar günstigen Aktien.

Mein Outing als Exceloholic

Ende 2015 habe ich mein erstes Depot eröffnet. Zu Beginn investierte ich mehrere Monate in passive Indexfonds (ETFs). Siebzig Prozent MSCI World plus dreißig Prozent Emerging Markets. Fertig war die Laube.

Aus verschiedenen Gründen, habe ich dann meine Vorliebe für Einzelaktien entdeckt. Diese finde ich irgendwie…gefühlsechter. Klingt nach einer Durex-Werbung – ist aber so.

Und unabhängig von anderen Problemen, bin ich weiterhin von dieser Entscheidung überzeugt.

Leider tanzt man bei der Vorliebe für Einzelaktien einerseits und einem möglichst passiven Ansatz andererseits, auf einem sehr schmalen Grat. Das Interesse an technologischen und unternehmerischen Entwicklungen mit einer ruhigen Hand am Aktienmarkt zu kombinieren, ist nicht einfach.

Der typische Wochenablauf sieht dann so aus:

Montag: Netflix veröffentlicht neue (hervorragende) Geschäftszahlen > “Soll ich jetzt endlich hier einsteigen?”

Dienstag: Amazon will ins Apotheken-Geschäft einsteigen > “Ui, jetzt aber ganz schnell raus aus CVS Health.”

Mittwoch: Auf Finanzen.net wird der neue Hot Stock aus Technologie-Sektor vorgestellt > “Ha, da muss ich doch dabei sein!”

Donnerstag: In der Facebook-Gruppe berichten andere Gruppenmitglieder ausführlich über ihre hohen Gewinne mit Lithium-Aktien > “ICH WILL AUCH!”

Freitag: Auf YouTube gibt es ein neues Video zu derzeit günstigen REITs – “Die fehlen mir noch im Portfolio!”

Puh – endlich Wochenende!

Kennst du das auch?

Und bei mir kam alles noch schlimmer.

Hiermit möchte ich mich outen (nein, ihr dürft mich ab sofort nicht Loretta nennen.)

[Steht auf]

“Hallo, mein Name ist Felix und ich bin Exceloholic.”

“Hallo Felix”

[Setzt sich]

Ja – ich bin (war) einer von denen, die eine umfangreiche Excel-Datenbank führen. Alle Unternehmen in einer Art Watchlist. Mit allerlei Informationen zu Gewinnmargen, Wachstumsraten und verschiedenen Bewertungs-Kennzahlen.

Kurz gesagt: Völlig bescheuert!

P.S. Kennst du schon den Finanzblogroll Podcast

Zudem musste ich bei der Depot-Auswertung für 2017 feststellen, dass der ganze Aufwand überhaupt keinen Ertrag gebracht hat. Meine Rendite im letzten Jahr war mies. Zwar nicht negativ und auch um ein Vielfaches höher als auf Tagesgeldkonten, aber deutlich hinter der durchschnittlichen Marktrendite. Das lag weniger an der Aktienauswahl. Vor allem die hohen Transaktionskosten drückten die Rendite. Gerettet hat mich lediglich das allgemein gute Aktienjahr.

“Wer viel Geld hat, kann spekulieren;
wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren;
wer kein Geld hat, muss spekulieren.”

(André Kostolany)

Kalter Entzug

Aber ab heute wird alles anders! Ich werde zum Aktien-Minimalisten.

Für den kalten Entzug habe ich folgende Regeln umgesetzt:

1. Die Excel-Tapete wird gelöscht, gesteinigt und verbrannt.

2. Für die Aktienauswahl beschränke ich mich auf den Aktienfinder. Ein schönes Tool mit ausreichend Informationen für den langfristigen Privatanleger. Keine anderen Aktientipps mehr.

3. Ich schaue nur noch zwei Mal monatlich ins Depot. Da ich meistens per Einmalzahlungen über Sparpläne investiere, sind ohnehin nur Transaktionen zu Monatsbeginn und zur Monatsmitte möglich. Daher setze ich mir diese beiden Termine im Kalender. An allen anderen Tagen ist Sendepause.

4. Ich trete aus den Facebook-Gruppen zum Thema Aktien aus. Lediglich in der Gruppe Kleine Finanzzeitung bleibe ich drin. Dort geht es weniger um heiße Einzelaktien-Tipps, sondern um langfristige Geldanlage.

5. Ich lösche alle Börsen-/Aktien-Apps auf meinem Handy.

6. Für das Portfolio Tracking nutze ich Portfolio Performance. Das Programm ist einfach zu bedienen und bietet ausreichend Funktionen. Leider kann ich damit Kennzahlen, die ich mir noch vor zwei Wochen gesetzt habe, nicht tracken. Ich beschränke mich daher in Zukunft einfach auf die finale Rendite. Keep it simple.

So – in der Politik wäre ich gescheitert. Dort muss jede Task-Force immer genau einen 10-Punkte-Plan aufstellen. Unabhängig davon, wie schwachsinnig einige Punkte sein mögen.

Zunehmendes Interesse an Aktien

In letzten Monate bemerke ich ein zunehmendes Interesse zum Aktienmarkt. Vor allem von jungen Menschen. Die Mitgliederzahlen der Facebook-Gruppen, sind innerhalb kürzester Zeit stark angestiegen. Auch im privaten Umfeld kommt das Thema zunehmend ins Gespräch.

Grundsätzlich eine gute Sache!

Jetzt zum Aber: In den meisten Beiträgen und Wortmeldungen geht es um heiße Tipps und gerade angesagte Themen. Lithium, Drohnen, Marihuana – das ganze Paket. Vor allem im Bereich Cannabis überschlagen sich gerade die Aktienkurse. Unternehmen, die gerade mal dreißig Millionen Euro Umsatz machen, sind an der Börse drei Milliarden Euro wert. Völlig irrational.

“An der Börse sagt uns oft das Gefühl, was wir machen,
und der Verstand, was wir vermeiden sollen.”

(André Kostolany)

Und mit der Übertreibung kommt die Gier. In den letzten Tagen haben einige dieser High-Flyer Aktien mal ein paar Prozent verloren. Nachdem sie in den letzten Wochen teilweise mehr als 100 Prozent gestiegen sind. Und sofort setzte Panik ein. Viele fragten sich doch tatsächlich, woher denn diese “Kurseinbrüche” kommen würden.

Diese Kommentare haben mir aber auch geholfen. Mir wird das alles zu viel.

Ich investiere meine Zeit lieber in andere Dinge des Lebens. Meine Arbeit, meinen Blog, meine Familie, meine Hobbies.

Und nebenbei fällt wahrscheinlich die Rendite deutlich höher aus.

Bist oder warst du auch ein Exceloholic? Dann lass es raus und oute dich in einem Kommentar 

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33 Gedanken zu „Ab heute bin ich finanziell frei!

  • Januar 31, 2018 um 12:58 pm
    Permalink

    Oh ich kann nur jedem raten sich hinzusetzen die Augen zu zumachen und auf all die gehetzten Personen zu lauschen die sich die Finger verbrennen. Dein Bild mit dem fuck it beschreibt eigentlich die ganze Situation am besten.
    Es lebt sich einfach ohne den ganzen Trubel rund um „das ist hot, das ist in, hier 10000% dort 666%“
    Früher war ich genauso und Iwann sagte ich zu allem fuck it!
    Glückwunsch zum Entzug und ich hoffe du hälst es durch, es ist wirklich besser so!

    Antwort
    • Februar 4, 2018 um 11:15 am
      Permalink

      Glückwunsch auch an dich, Sanja! Dafür, dass auch du es geschafft hast, aus dem Informationsstrudel herauszukommen.

      Antwort
  • Januar 31, 2018 um 1:37 pm
    Permalink

    Ein ehrlicher und wichtiger Beitrag! Da ist auch der Clickbait-Titel gerechtfertigt 🙂

    Es geht mir genau so. Ich hatte zu beginn viel zu viel Zeit mit der Suche nach dem schnellen Geld (für keine Gegenleistung) gesucht. Doch das bringt am Ende des Monats wenig. Das habe ich erst letzens realisiert.
    Ich habe auch die Depot-Apps deinstalliert (schon vor einigen Wochen) und vieles automatisiert. Ich schaue aktuell nur dann ins Aktiendepot, wenn es neue Post im Postfach gibt.

    Es gibt wichtigeres als nur die Suche nach einem “Geheimtipp”.

    Antwort
    • Januar 31, 2018 um 3:59 pm
      Permalink

      “Clickbait” – wieder was gelernt 🙂

      Wie investiert du, wenn du nur bei Nachrichten ins Depot schaust? Über automatisierte Sparpläne?

      VG / Felix

      Antwort
      • Januar 31, 2018 um 4:35 pm
        Permalink

        Hey Felix,

        ja genau. Ich habe nicht nur Sparpläne laufen, sondern auch viele Überweisungen gehen automatisch als Dauerauftrag. So muss ich mich darum nicht aktiv kümmern.

        Viele Grüße,

        John

        Antwort
  • Januar 31, 2018 um 3:20 pm
    Permalink

    Hey Felix!

    Erst mal danke für deine ehrlichen Beiträge. Da hast du das aber ganz schön lange mitgemacht. Ich habe vor ein paar Monaten auch mal in die Facebook-Gruppe reingeschaut (Ich glaube, Börsentalk) und dort auch dich und einige andere Blogger entdeckt. Da habe ich mich schon gefragt, ob das, was in den Finanzblogs erzählt wird und der Ablauf in der Gruppe sich nicht total widersprechen? (“Hin und Her … macht Taschen eben doch voll” wurde dort mal geschrieben) Ich fand das auch mega stressig dort und bin nur ein paar Tage geblieben. Cool, dass du dich da jetzt auch ausgetragen hast. Bei deiner beschriebenen Woche kriegt man ja schon vom Lesen graue Haare 😀

    Erstaunlicherweise halte ich mich wirklich komplett fern von solchen Nachrichten. Ein paar Excel-Tabellen habe ich aber auch, die ich letztes Jahr irgendwann erstellt habe. Dazu dann eine Liste von 15 Unternehmen, die ich für sehr gut befinde und in die ich irgendwann einsteigen werde. Diese Liste liegt jetzt aber schon seit Monaten einfach nur rum.

    Ich wünsche dir von nun ab eine entspanntere Zeit 😀
    Viele Grüße,
    Anna

    Antwort
    • Januar 31, 2018 um 3:57 pm
      Permalink

      Hi Anna,
      vor über einem Jahr war der Ton in diesen Gruppen noch ein anderer. Leider hat es sich sehr stark in die aus meiner Sicht falsche und im Beitrag beschriebene Richtung entwickelt.
      Heute ist es eine Mischung aus Gier und Angst. Ich bin auf jeden Fall erstmal raus dort!

      Über eine Liste von Wunsch-Kandidaten habe ich auch nachgedacht. Aktuell sind aber zu wenige davon günstig zu haben. Daher versuche ich einfach ein bisschen zu diversifizieren und kaufe einigermaßen günstige Aktien.

      So zumindest der Plan 🙂

      VG / Felix

      Antwort
      • Februar 4, 2018 um 11:28 am
        Permalink

        Hallo Felix,
        was die Anna macht, kann ich auch nur empfehlen!
        Eine Liste parat zu haben, mit Unternehmen, die man schon lange haben wollte ist sehr sinnvoll. Diese Liste ist ein niedergeschriebenes Ziel und wird dir dabei helfen Entscheidungen zu treffen, wenn es soweit ist. Sobald an der Börse alles fällt, kommst du nicht in Versuchung das zu kaufen, was am meisten gefallen ist. Dann kaufst du besser das, was du schon immer haben wolltest.
        Wenn ich ein Ziel nicht aufschreibe, fällt es mir persönlich schwer meinen Plan langfristig umzusetzen, denn in einer anderen Situation, denke ich vielleicht anders (beeinflusst von Medien und Gefühlen) und dann ist so ein Zettel ein zuverlässiger Leuchtturm, der mich ins Ziel führt.

        Beste Grüße
        Nico

        Antwort
        • Februar 5, 2018 um 4:06 pm
          Permalink

          Hi Nico,
          Die Frage ist, wie schnell man diese Liste abarbeiten kann. Bei meiner Investitionssumme und der hohen Anzahl an interessanten Unternehmen, brauche ich Jahrzehnte 🙂 bis dahin ändert sich die Liste mehrfach.
          Da ich gerne auch fundamental betrachtet günstige Aktien kaufe, kann ich prakktisch keine Liste abarbeiten.
          Aber jeder so wie er/sie sich am wohlsten fühlt.

          VG / Felix

          Antwort
          • März 6, 2018 um 6:43 pm
            Permalink

            Haha, so geht es mir auch! Die Liste wird immer länger 😀
            Aber es geht ja auch nicht darum, alles zu kaufen, was auf der Liste ist, sondern ab und zu mal nachzuschauen, ob etwas von der Liste günstig zu haben ist.

            Und die Jahrzehnte nehmen wir uns 😉

            Beste Grüße
            Nico

  • Januar 31, 2018 um 3:25 pm
    Permalink

    Steile Lernkurve, gratuliere Felix
    Noch zwei -drei Jahre und du bist bei ETF-only
    Bei mir hat’s fast 20 gedauert…

    Antwort
    • Januar 31, 2018 um 3:53 pm
      Permalink

      Haha – wenn es so weiter geht, ist es nächstes Jahr schon soweit.
      Mal sehen. Ich hoffe, dass ich den Entzug durchhalte.

      Antwort
  • Januar 31, 2018 um 5:02 pm
    Permalink

    Der neue Luxus unserer Tage: Zeit!
    Kann ich so gut nachvollziehen – und: klasse geschrieben!

    Antwort
  • Januar 31, 2018 um 9:41 pm
    Permalink

    Ich bin von deinem Artikel sehr erstaunt. Magst du wirklich keine Katzen? Ich liebe grau-schwarz -getigerte. Und Katzenbabys sowieso.

    Zum Thema Finanzen: Ich habe die “Ich will finanziell frei werden!”-Phase recht schnell übersprungen. Betreibe auch keine Rechnerei beim Wertpapierkauf. Cannabis-Aktien habe ich trotzdem. In 30 Jahren habe ich da hoffentlich viel Spaß dran. Allerdings bereue ich es, dass ich nicht früher den Faktor Zeit höher gewertet habe. Ich arbeite gerne, aber negativer Stress schadet der Gesundheit. Ich dachte immer, ich würde erst mit Kindern weniger arbeiten wollen, aber ich will schon vorher auf 35h runter. Es gibt so vieles zu lernen, zu erleben, zu genießen. Das Leben ist zu kurz.

    Antwort
    • Februar 1, 2018 um 5:54 am
      Permalink

      Haha – erwischt!
      Katzenbabys sind ja vielleicht noch ganz süß. Große Katzen sind mir irgendwie unheimlich. Unberechenbar und launisch. Die bräuchten mal ein bisschen Cannabis.

      Du gehörst doch zu den eisernen ETF-Sparern, oder?! Ich gebe zu, dass das die sicherste und entspannteste Variante ist. Wie aber bereits mehrfach beschrieben, ist das nichts für mich. Ich halte es eher wie Finanzrocker Daniel. Der hat im letzten “Der Finanzwesir rockt” Podcast auch schön seine Einzelaktien-Strategie beschrieben. Wobei ich vermute, dass er in der Praxis ein wenig mehr Gehirnschmalz reinsteckt als im Podcast dargestellt 😉

      Wenn du das Thema schon ansprichst – wir wollen ja niemanden zu seinem Glück drängen – aber: Wann lesen wir bei dir Beiträge über Kindergeld, Erziehungszeiten und Riester-Kinder-Zuschüsse?

      VG / Felix

      Antwort
      • Februar 1, 2018 um 6:10 am
        Permalink

        Ich find doch keinen Arbeitgeber mehr, wenn ich zu viel über Kinder blogge.. 😀

        Ich bespare jeden Monat ETFs, ab und zu kommen aber auch Einzelaktien dazu. Man muss ja irgendwie den Index schlagen oder in 10 Jahren über die größten Anlagefehler ein Buch schreiben können.

        Antwort
        • Februar 1, 2018 um 7:21 am
          Permalink

          Wenn du nach dem Fernsehen und Radio jetzt noch ein Buch schreibst, hättest du alle Medien abgedeckt.
          Ok – YouTube und Twitter fehlen noch…

          Antwort
  • Februar 1, 2018 um 6:52 am
    Permalink

    Komm echt mal lieber auf die ruhige Seite 😉 Hier kriegen wir alle fast die gleichen Renditen, aber eher langweilig hier, nichts mit Stockpicking, Pennystocks usw… Nichts für Adrenalinsucher und auch eher nichts für Blogschreiber wohl :p
    Ex-Studentin hat recht. Das Leben ist viel zu kurz, die Jahre gehen verdammt schnell um, und das sag ich als Anfang 20jähriger. Ich an meiner Stelle will auch gar nicht unbedingt nicht mehr arbeiten müssen, sondern eher glücklich im Leben werden. Genug Geld oder passives Einkommen ist da eher ein nettes Zubrot und dadurch hat man ein paar Sorgen weniger. Was zum glücklich werden gehört muss ich für mich wohl noch rausfinden. Vielleicht ist es auch aktuell eine Art Frühlingsdepression die mich aktuell runterzieht oder gibt’s dafür ein Rezept? Aber allgemein sind für mich auch aktuell solche Themen wichtiger und relevanter als die hottesten REITs aus Südamerika 😀

    LG

    Antwort
    • Februar 1, 2018 um 7:19 am
      Permalink

      REITs aus Südamerika? Die fehlen mir noch…

      Tatsächlich ist es viel einfacher einen Finanzblog oder eine Finanzseite für füllen, wenn man über einzelne Aktien oder die derzeitige Marktsituation schreibt. Das ist aber auch nicht mein Anspruch.

      Und unabhängig von dem Schmunzeln, das ich vielleicht durch diesen Beitrag erhaschen kann, ist die Botschaft dahinter ziemlich ernst. Ich habe nämlich das Gefühl, dass es viele Zocker da draußen gibt, die stundenlang am Tag auf ihre Aktien, irgendwelche Kurs-Tapeten und ihre Glaskugeln schauen. Am Ende ist Trading für mich Glücksspiel. Und wie wir aus der Werbung wissen: “Glückspiel kann süchtig machen”
      Warum müssen Traderfox & Co. diesen Spruch nicht auf ihre Seite drucken?

      Für deine mögliche “Frühlingsdepression” gibt es kein Rezept – solange Cannabis in Deutschland nicht legalisiert ist. Aber ehrlich, momentan ist das Wetter wirklich scheiße. Ich habe gehört, dass es der dunkelste Januar aller Zeiten war. Ob das stimmt weiß ich nicht, aber hört sich zumindest glaubhaft an. 🙂

      VG / Felix

      Antwort
  • Februar 1, 2018 um 8:49 am
    Permalink

    Richtig so. Ich kaufe und verkaufe derzeit noch etwa 5 Mal im Jahr. Ist aber schwer, die Menschen von Buy-and-hold zu überzeugen. Das ist vielen zu langweilig.

    Antwort
  • Februar 2, 2018 um 6:56 am
    Permalink

    Ich nutze auch den Aktienfinder und blende das ganze Grundrauschen aus. Auf Meinungen in Facebook Gruppen gebe ich nichts und lese diese auch nicht. Ich handle nicht. Buy & Hold .. langweilig aber effektiver, zeitsparend, nervensparend 😉

    Antwort
    • Februar 2, 2018 um 10:16 am
      Permalink

      Hi Matthias,
      für den Privatanleger ist der Aktienfinder aus meiner Sicht völlig ausreichend. Ich hoffe, dass Torsten nicht noch zu viele neue Funktionen hinzufügt. So wie er ist, ist er gut. Auch wenn mir noch ein paar zusätzliche Aktien gefallen würden 🙂

      Machst du striktes B&H? Verkaufst du gar keine Aktien?

      VG / Felix

      Antwort
  • Februar 2, 2018 um 8:45 am
    Permalink

    Moin Felix,
    die von dir beschriebene Phase ist leider für sehr viele Hobbybörsianer der normale Wahnsinn! Allein sie zu erkennen ist eine starke Leistung! Dafür erstmal Respekt!

    Ich sehe das Problem aber weniger in der Tatsache des aktiven vs passiven Anlegen, als viel mehr in der weit verbreiteten Meinung, dasy man ohne fundierte Strategie und damit verbundene Ausbildung, die Märkte schlagen kann! Wer sich auf die allgemeine “ETF – Schulung” der Finanzblogger ausruht und dann meint mit Trading und Stockpicking (ist letztendlich auch eine Form des Trading), einen Mehrwert zu erzielen der irrt gewaltig! Trading ist ein Handwerk, welches es zu erlernen gilt, möchte man jedes Jahr die Märkte (unabhängig wie die allgemeine Marktlage) outperformen. Es ist keine Raketenwissenschaft, aber eben auch kein FREE LUNCH!

    Wer sich dieser Ausbildung nicht stellen möchte, der sollte tatsächlich ausschließlich ETF’s besparen und die Marktrendite ganz entspannt mitnhemen! Wer sich aber WIRKLICH für eine Ausbildung entscheidet, der sollte sich darauf fokussieren und in ein paar Monaten/Jahren den Lohn, in Form von Renditen von 20% und mehr pro Jahr, für seine Mühen auch kassieren! Allerdings sind dann alle Blogs und fast alle FB Gruppe kompett überflüssig. Denn man macht dann nur noch sein Ding! Man weiß dann schlicht und ergreifend wo man welche Information bekommt und holt sich diese ganz gezielt innerhalb weniger Minuten.

    Sorry für die etwas längere Antwort, aber der Artikel stellt perfekt dar, wie sich die Spreu vom Weizen trennt und jeder (ich glaube es sind extrem viele) sollte für sich entscheiden 8% Free Lunch mit höhen und tiefen. Oder 20%+x mit professioneller Ausbildung. Aber Achtung- die meisten Ausbildungen da draußen sind nicht 1EUR Wert. Das ist aber ein anderes Thema.

    Nochmals vielen Dank für Deine Einblicke! Der wichtigste Artikel den ich in den letzen 2 Jahren im Netz gelesen habe!

    Beste Grüße
    Axe

    Antwort
    • Februar 2, 2018 um 10:14 am
      Permalink

      Hi Axe,
      vielen Dank für die Blumen!

      Ich sehe aber durchaus einen Unterschied zwischen Trading und dem aktiven Investieren. Auch wenn wir aktives Investieren dem Stock Picking gleichsetzen (was aus meiner Sicht passt), bedeutet das noch kein Trading. Zumindest wenn wir Trading als häufiges, aktives Handeln verstehen. Vielleicht sogar das private Handeln als primäre Einkommensquelle / Beruf.

      Das aktive Investieren in Einzelaktien (Stock picking) erfordert aus meiner Sicht keine fachliche Ausbildung. Verschiedene Studien zeigen, dass selbst auf Wertpapierlisten Dartpfeil-werfende Affen die Marktrendite erzielen können. Ok, es waren einmal Dartpfeile und einmal Affen. (Vielleicht sollte man es mal kombiniert ausprobieren…).
      Allerdings wurden die dadurch ausgewählten und gekauften Aktien auch längere Zeit liegen gelassen. Da kommt wieder der Vorteil von B&H ins Spiel.
      Der psychologische Effekt ist bei Privatanlegern also der entscheidende Faktor. Das habe ich ja auch in meinem Artikel beschrieben und mich selbst gekreuzigt.

      Was das Trading betrifft, gebe ich dir 100% recht. Ohne ein gutes Training geht man dabei sicherlich unter. Mich würde mal interessieren, wie viele Trader schon Haus und Hof verzockt haben.

      VG / Felix

      Antwort
      • Februar 2, 2018 um 12:47 pm
        Permalink

        Bon, dann ersetzen wir Stock picking durch Market timing, denn nichts anderes wird in den meisten Depots veranstaltet. Aufgrund der hohen Gebühren kann man rückschließen, dass es bei Dir letztendlich ja auch der Fall war.

        Natürlich braucht man keine fachliche Ausbildung, aber ohne klares Regelwerk passiert es einem genau wie in deinem Wochenplan beschrieben. Man läuft irgendwelchen Informationen hinterher und hinterfragt ständig sein Depot! Schlimmer noch, es gibt keinen Mehrwert! Genau wie du schreibst ist es auch, woher soll der Mehrwert auch kommen?

        Selbst als ETF Buy&Hold Anleger muss ich mir Regeln aufstellen. Wann kaufe, wann rebalance und wann steige ich aus. Welche Zusammensetzung möchte ich haben, wie reagiere ich im Crash usw, usw, …. Mache ich das nicht, werde ich bei der nächsten Krisensituation im totalen Chaos enden!

        Habe ich aber meine “fachliche Ausbildung” abgeschlossen, also meine Regelwerk niedergeschrieben und habe absolutes VERTRAUEN in MEINE Investitionen, dann komme ich auch nicht in die von dir beschriebenen Situation. Denn die Psychologie ist nicht nur ein zufälliger Effekt, sondern ein unabdingbarer Baustein sowohl für Investoren als auch für Trader, der kontrolliert werden muss!

        Muss jeder selber wissen, wenn er sich aber mit dem Thema Börse beschäftigt, sowie es alle Blogger und unsere Lese ja machen, dann sollte auch jeder an diesem durchaus lukrativen Mehrwert Interesse haben 😉

        Beste Grüße und schönes Wochenende
        Axe

        Antwort
  • Februar 2, 2018 um 9:35 am
    Permalink

    Hallo,

    vielleicht kehrst du ja doch zu einer Anlage in ETFs zurück?

    Mein Depot hat letztes Jahr sehr gut abgeschnitten, ich habe gar nicht getraded und schaue nur alle drei, vier Monate auf mein Depot.

    Das mag ich: Eine bequeme Anlage, die mir die Marktrendite bringt.

    Zocken tue ich dafür ein wenig mit Bitcoins: Mit wechselndem Erfolg.

    Viele Erfolg und herzliche Grüße

    Jürgen

    Antwort
    • Februar 2, 2018 um 10:01 am
      Permalink

      Hallo Jürgen,
      ich denke die Gelassenheit im Bezug auf die Depot-Entwicklung kommt auch ein Stück weit mit dem Alter der Erfahrung 🙂

      Bezüglich der Rückkehr zu ETFs halte ich es wie Sean Connery alias James Bond: Sag niemals nie!

      VG / Felix

      Antwort
  • Februar 2, 2018 um 11:08 pm
    Permalink

    Wer Katzen oder gar Tiere im Allgemeinen hasst, ist ein schlechter Mensch.

    Antwort
    • Februar 5, 2018 um 4:07 pm
      Permalink

      So ist es.

      Antwort
  • Februar 4, 2018 um 12:36 pm
    Permalink

    Hahahah, you made my day! “Exceloholic” hahah Danke!

    Ich erkenne mich da schon auch ein bisschen wieder:
    – Eine neue P2P Plattform hier
    – Ein tolle Tagesgeld-Angebot dort
    – 50 € Startguthaben für die Kreditkarte
    – CVS Health, NovoNordisk, Mastercard…

    und Schwubs hat man sich ein neues Hobby geschaffen, dass nur darin besteht die ganzen Transaktionen im PortfolioPerfomance zu pflegen.

    “Kenne deine Schwächen, dann werden sie zu deinen Stärken.” [Lanzalot]

    Ja, vielleicht verkaufe ich jetzt dann sogar mal meine drei 500 Euro ETFs, die da seit Jahren rum liegen und nicht mehr bespart werden…

    “Reduce to the max!”

    Gruß,
    Lanzalot

    P.S.: Ich mag auch keine Katzen! Hunde sind ok, aber Katzen… pah…

    Antwort
    • Februar 5, 2018 um 4:03 pm
      Permalink

      Hi,
      “Reduce to the Max” klingt gut. Aber nur was den Aufwand für Auswahl und Recherche betrifft. Einzelaktien müssen es dann schon bei mir sein 🙂 Wobei sich auch hier die Frage stellt, wie viele Einzelwerte genug sind. Aktuell iege ich bei 18 Werten. Ziel ist zwischen 20 und 25. Ich denke das reicht.

      VG / Felux

      Antwort
  • August 21, 2018 um 8:42 am
    Permalink

    Hi Felix,

    zwar schon ein älterer Beitrag, aber ich bin gerade darüber gestolpert und kann Dir nur beipflichten!

    Nach meinem Anfang mittels ETF, habe ich mich 2 Jahre lang auch an “Qualiäts-Einzelaktien”, “Dividenen-Aristokraten” etc versucht und ca 15 Einzeltitel gekauft. Langer Vorlauf mit Analyse einzelner Werte und dann ständigen Updates aufgrund von Nachrichten zu Bayer, zu Microsoft, zu …

    Ende vom Lied in 2018 nach einem Blick in Portfolio-Performance und einem Vergleich zu meinen ETFs (die cih parallel weiter gekauft habe): 1%-Punkt WENIGER Rendite mit meiner Aktien-Auswahl 🙁

    Dann habe ich sogar noch eine radikalere Konsequenz gezogen: Nach und nach werden die Einzelaktien verkauft und in ETF-Anteile umgeschichtet. Neuanlagen nur noch in ETFs.

    Und siehe da: Ich habe auf einmal viel mehr Zeit und wusste neulich garnicht, was ich an “Börsen-Updates” und “Finanznachrichten” noch lesen sollte… Bin dann in den Biergarten gegangen 🙂

    Viele Grüße
    Thorsten

    Antwort

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