Ausgaben im Blick – Mein Do It Yourself Haushaltsbuch (Excel)

Heute heißt es bei mir Hosen runter. Natürlich nur im übertragenen Sinne.
Bevor hier Freude aufkommt.
Oder Ekel.

Die “Hosen runter” lassen vor allem männlicher Blogger gerne. Nico von Finanzglück hat es bereits vor einem Jahr getan. Vor einigen Tagen war es bei mafis soweit. Scheint ein Trend zu sein. Allerdings nur bei den Herren.

Sind unsere Finanz-Damen etwa zu bieder? Zu Spießig? Zu kreuzbrav?
Und müsste es hier eher “Rock runter” heißen?
Aber ich schweife ab…

Zurück zum Thema.

Ich werde dir heute offenbaren, wie meine Ausgabenstruktur aussieht. Mit “meine” bzw. “ich” sind nachfolgend immer meine Frau und ich gemeint. (Das letzte “ich” steht nur für “ich” und noch nicht für “wir”, sonst wären wir in einer Schleife gefangen.)

Also… “Wir” haben keine getrennten Konten. Meine Frau ist derzeit noch (erfolgreich) in der Kinderfütterung, -betreuung und -pflege aktiv. Denn der Thronfolger ist staatlich noch unbetreut. Daher haben wir ein Einkommen aus unselbstständiger Arbeit, sowie Einnahmen aus Kindergeld, Elterngeld (auslaufend), Einnahmen aus P2P und Zinsen/Dividenden.

Hinzu kommen Sonstige Einnahmen. Das ist üblicherweise der Budgetpunkt unter dem findige Buchhalter “sonstige Zuwendungen” verbuchen. Die Kollegen von VW wissen was ich meine. Bei uns sind Sonstige Einnahmen vor allem Erträge aus Verkäufen (alte Möbel, Bücher, CDs etc.) und Gewinne aus Gewinnspielen. Zu letzterem zählt lediglich ein altes Sparkassenlos von meiner Oma – ja hier spielt die Sparkasse noch mit .

Mein Haushaltsbuch

Alle Einnahmen und Ausgaben Einzahlungen und Auszahlungen erfasse ich (hier wirklich nur “ich”) seit Anfang diesen Jahres in meinem selbst-gebastelten Excel-Tool. Dieses ist an Funktionalität, Benutzerfreundlichkeit und Finesse praktisch nicht zu übertreffen. Daher stelle ich dir gerne mein Tool zur Verfügung (Download am Ende dieses Beitrages).

Gerne möchte ich dir auch noch ein paar Punkte zur Datei erläutern. Diese enthält eigentlich mehrere Mappen, da ich hier alle Finanzthemen unterbringe. Im bereitgestellten Download habe ich sie auf die Mappen Konten und Auswertung reduziert.

2016-11-21 11_20_15-Microsoft Excel - Haushaltsbuch.xls [Kompatibilitätsmodus]

Die Mappe “Konten”

In der Mappe Konten trage ich alle Einzahlungen und Auszahlungen der Konten ein, die ich mit dem Haushaltsbuch erfasse. Im Beispiel sind das die Konten Sparkasse, Verrechnungskonto und Tagesgeldkonto. Die Spalte Umbuchung ist lediglich eine Hilfsspalte. Sie dient beispielsweise dazu, Investitionen in P2P-Investments nicht als Ausgabe, sondern als Umbuchung auf das P2P-Konto zu erfassen. Man könnte es auch anders lösen und diese Auszahlungen beispielsweise als Investment erfassen. Ich habe es eben so gelöst.

In der Liste erfasse ich die angefallenen Ein- und Auszahlungen mit folgenden Informationen:

  • Jahr
  • Datum
  • Nummer (#) – hier z.B. die Nummer des Kontoauszugs
  • Monat
  • Tag
  • Empfänger/Sender – entsprechend des Buchungsbelegs
  • Verwendungszweck
  • Kategorie
  • Sub-Kategorie
  • Kostenart (v=variabel, f=fix, E=Einnahme, U=Umbuchung)

2016-11-21 11_24_40-Microsoft Excel - Haushaltsbuch.xls [Kompatibilitätsmodus]

Um Zeilen auch kopieren und verschieben zu können – ohne danach die Formeln gerade ziehen zu müssen – habe ich ein kleines Makro erstellt. Über den Button Summe neu berechnen werden die Summen gerade gezogen und danach der letzte Eintrag markiert. So kann man auch schnell zum Ende der Liste springen.

Die Mappe “Auswertung”

Spannend wird es in der Mappe Auswertung. Hier habe ich verschiedene Kategorien, sowie Sub-/Unter-Kategorien definiert. Hier orientiere ich mich an den Kategorien, die auch das Statistische Bundesamt in seinen Auswertungen verwendet.

2016-11-21 11_37_19-Microsoft Excel - Haushaltsbuch.xls [Kompatibilitätsmodus]

Die fett gedruckten Kategorien sind diese, die in der Mappe Konten als Kategorie eingetragen werden müssen. Hier habe ich keine Liste hinterlegt, da ein Vorschlagswert angezeigt wird, sobald der jeweilige Eintrag schon mal verwendet wurde. Wenn man es smart mag, könnte man hier noch eine Liste hinterlegen.

2016-11-21 11_33_00-Microsoft Excel - Haushaltsbuch.xls [Kompatibilitätsmodus]

Die Sub-Kategorien sind allerdings über den Namens-Manager verknüpft. Auf deutsch: Wenn man in der Mappe Konten eine Kategorie auswählt, so kann man in der Spalte Sub-Kategorie aus den Unterkategorien auswählen, die in der Mappe Auswertung unter dieser Kategorie aufgelistet sind.

2016-11-21 11_35_07-Microsoft Excel - Haushaltsbuch.xls [Kompatibilitätsmodus]

2016-11-21 11_38_47-Microsoft Excel - Haushaltsbuch.xls [Kompatibilitätsmodus]

Rechts in der Auswertung steht dann die Summe für das Jahr, sowie der durchschnittliche Wert pro Monat. Außerdem kann man einen Zielwert pro Monat eintragen und die Abweichung pro Monat ablesen (jeweils absolute Werte).

2016-11-21 11_38_32-Microsoft Excel - Haushaltsbuch.xls [Kompatibilitätsmodus]

Um angebrochene Monate nicht mitzuzählen oder ein paar Zahlenspiele zu ermöglichen, habe ich oben eine Hilfszeile eingebaut. Alle Monate mit einem x werden für die Summe und den Durchschnitt herangezogen. Alle ohne x zählen eben nicht mit.

2016-11-21 11_41_27-Microsoft Excel - Haushaltsbuch.xls [Kompatibilitätsmodus]

Unten gibt es dann nochmal eine Auswertung nach Kostenart (Einnahmen, Fixe Kosten, Variable Kosten, Umbuchungen). Umbuchungen fallen an, wenn beispielsweise Cash vom Giro- auf das Tagesgeldkonto umgebucht wird. In der Mappe Konten wären das zwei zeitversetzte Buchungen (1 x Auszahlung, 1 x Einzahlung). Die Werte bei Umbuchungen sollten also immer 0 ergeben, sonst fehlt irgendwas.

2016-11-21 11_43_11-Microsoft Excel - Haushaltsbuch.xls [Kompatibilitätsmodus]

Alles klar? Falls nicht – du weißt, wo du mich findest.

Tacheles – Meine Ausgabenstruktur

Das Jahr ist noch nicht vorbei und einige Ein-, sowie Auszahlungen stehen noch bevor. Dennoch möchte ich kurz auf meine aktuelle Ausgabenverteilung eingehen (das ist der Teil mit dem “Hosen runter“). Diese sieht wie folgt aus:

2016-11-21 11_47_09-Microsoft Excel - Finanzen.xls [Kompatibilitätsmodus]

In den kommenden Blog-Beiträgen, werde ich auf einige Bereiche näher eingehen. Beginnen werde ich mit dem Punkt, der dir sicherlich als Erstes aufgefallen ist: “Altersvorsorge gesamt”

So – Hier gibt es noch den Download: Excel-Haushaltsbuch

Ich hoffe, es hilft dir dabei, deine Finanzen zu ordnen. Vielleicht kannst du aber auch nur ein paar Ideen für deine Auswertung mitnehmen. Über ein Feedback und Anregungen, würde ich mich natürlich freuen.

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11 Gedanken zu „Ausgaben im Blick – Mein Do It Yourself Haushaltsbuch (Excel)

  • November 21, 2016 um 4:49 pm
    Permalink

    Mir gefällt das Haushaltsbuch wirklich sehr gut.
    Ich habe bisher nur eine wirklich ganz einfache Excel-Tabelle ohne große Auswertungsmöglichkeiten mir gebastelt. Zum Ende des Jahres werde ich dann auch eine detailliertere Auswertung machen für das ganze Jahr 2016 und hatte mich schon gefragt, wie ich das auswerten soll.
    Vielleicht mache ich mir die Mühe und übertrage die ganzen Sachen in Deine Excel-Tabelle oder mache eine händische Auswertung.
    Dazu muss ich mir die aber nochmal im Detail angucken und für meine Bedürfnisse anpassen.
    Fürs nächste Jahr werde ich dann wahrscheinlich Dein Haushaltsbuch übernehmen.
    Vielen dank für Deine Mühe.
    Hat Dir das Haushaltsbuch geholfen und wie waren die Auswirkungen auf Deine Finanzen?

    Schöne Grüße
    Dominik

    Antwort
    • November 21, 2016 um 8:26 pm
      Permalink

      Hi Dominic,
      danke. Sag Bescheid, wenn du Version 2.0 fertig hast 🙂
      Ich habe schon einige Sparpotentiale ermitteln und teilweise schon umsetzen können. Mehr dazu in den nächsten Beiträgen.

      Viele Grüße
      Felix

      Antwort
  • November 21, 2016 um 8:59 pm
    Permalink

    Vielen Dank! Werde es ab Januar ’17 mal anfangen und das ganze Jahr über verfolgen und durchziehen, meine Ausgaben und Einnahmen so zu vermerken. Wenn ich die Disziplin und Willensstärke dazu finde. Aber das wird schon. Die muss irgendwo bei den Marathonklamotten, den Blogplänen und den Kippen liegen, ich such sie mal 😀
    Ein sehr anschaulicher und gut geschriebener Artikel, vielen Dank. Hoffe ich bleibe dran, die doch sehr praktische Tabelle so lange es geht zu führen!
    LG

    Antwort
    • November 22, 2016 um 5:51 am
      Permalink

      Die Motivation lag bei mir auch tief unter den Laufklamotten begraben 🙂 Zum Glück muss man für die Pflege einer Tabelle nicht das Haus verlassen…

      Antwort
  • November 21, 2016 um 9:38 pm
    Permalink

    Ich steh ja darauf, wenn Blogger die Hosen runter lassen. 😀 Aber selbst würde ich das wohl nicht tun. Bzw. nicht in einem Ruck. Wer all meine Kommentare und Beiträge liest, kennt meine finanzielle Situation. Aber ich möchte nicht, dass jemand auf einen Blick alles über mich und meine Finanzen weiß. Das Vertrauen muss man sich gewissermaßen verdienen.

    Danke, dass du dein Haushaltsbuch mit deinen Lesern teilst!

    Antwort
    • November 22, 2016 um 5:49 am
      Permalink

      Hi Jenny, ich teile ja keine absoluten Werte. Einige Blogger sind da deutlich offener mit ihren Informationen. Aber darum geht es ja auch in gewisser Weise. Die Menschen reden offen über alle möglichen Themen miteinander. Warum nicht oder nur selten in der Offenheit über Geld?

      Antwort
      • November 22, 2016 um 12:10 pm
        Permalink

        Reden übers Gehalt oder Vermögenswerte etc. habe ich kein Problem. Allerdings hat man auf einem Blog keine Kontrolle darüber, wer so etwas liest. Jetzt, noch relativ frisch im Berufsleben, gibt es bei mir noch gar nicht so viel zu erzählen. Da stehe ich dazu, dass mein Depot unter 10.000€ wert ist. Sollte es mal um höhere Beiträge gehen, bin ich misstrauisch, ob nicht irgendwelche Betteleien losgehen, jemand meine Kontodaten hacken will oder jemand meine potentiellen Kinder entführt.

        Antwort
        • November 22, 2016 um 12:40 pm
          Permalink

          Da gebe ich dir völlig Recht. Ich würde auch nicht meinen Depotwert mitteilen. Aus den von dir genannten Gründen.

          Antwort
  • November 23, 2016 um 12:18 pm
    Permalink

    Hi Felix,

    danke für das Haushaltsbuch!
    Ich arbeite momentan auch mit einem gebastelten Excel-File und konzentriere mich auf die wesentlichen Auswertungen.

    Interessant ist, dass 3 Kategorien 55,8% deiner Gesamtausgaben ausmachen = Wohnen, Verkehr und Lebensmittel. Du bist bei nur einer Kategorie über dem deutschen Durchschnitt von 13,7% – nämlich bei den Nahrungsmitteln. 63,4% werden Durchschnittlich für die 3 Kategorien ausgegeben.

    LG
    Johannes

    Antwort
    • November 23, 2016 um 7:14 pm
      Permalink

      Hallo Johannes,
      die Kategorisierung der Ausgaben ist leider noch nicht 100%ig sauber. Mehr dazu in den nächsten Artikeln 😉
      Ich schaue auch gerne zum Vergleich auf Durchschnittswerte. Allerdings muss man hier auch Haushaltsgröße, Wohnort und die Einkommenshöhe berücksichtigen. Bei niedrigem Haushaltseinkommen und Wohnorten wie München, macht die Kategorie Wohnen ganz schnell 50% aus.

      Viele Grüße
      Felix

      Antwort
  • November 23, 2016 um 10:23 pm
    Permalink

    Lieber Felix,

    sehr schönes Haushaltsbuch hast du dir da in Excel gebaut! 🙂
    Ich persönlich hätte hierbei leider das Problem, dass ich Excel nie ständig bei der Hand habe und daher alle Einkäufe später nachträglich eintragen müsste – so konsequent bin ich wie ich bisher feststellen musste, leider nicht. Aus diesem Grund nutzte ich bisher die sehr einfache App “Spendee” (http://www.spendee.com/), die ich Dank iPhone/Android-Verfügbarkeit ständig zur Hand hatte und ich habe damals wirklich direkt nach jeder Kauftätigkeit sofort den Betrag festgehalten und einer Kategorie zugewiesen. Die App ist wirklich sehr einfach und intuitiv aufgebaut – daher sicher nicht so mächtig in den Funktionen wie Excel. Bei den Auswertungen ist man an die Funktionen der Entwickler gebunden.
    Leider ist das Tracking meiner Ausgaben in den letzten Monaten eingeschlafen. Dein Artikel hat mich aber wieder motiviert, im Dezember wirklich jede Ausgabe festzuhalten – Danke! 🙂

    Apropos Hose runterlassen: Ich veröffentliche monatlich auf meinem eigenen Blog die Entwicklung meines Nettovermögen (https://financeboy.de/category/nettovermoegen). Hierzulande wird sowieso zu wenig über Geld gesprochen und alles geheim gehalten *haha* 🙂
    Die Idee ist nicht neu und wird zum Beispiel von J. Money (Budgetsaresexy) seit Jahren monatlich unter http://www.budgetsaresexy.com/net-worth/ veröffentlicht. Finde ich persönlich auf jeden Fall sehr interessant.

    Liebe Grüße,
    financeboy

    Antwort

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