Berufsunfähigkeitsversicherung – Sollten sich Studenten frühzeitig absichern?

Mit Wehmut schaue ich auf mein Studentenleben zurück. Nicht zu sehr aufgrund übermäßig vieler ausschweifender Partys, sondern eher wegen der persönlichen Selbstbestimmung. Die Noten waren – zumindest mehr als in der Schule – ein Ergebnis meines Lernfleißes und meiner Motivation. Und trotz meiner beruflichen Tätigkeit neben des Studiums, war außerhalb der Prüfungszeiträume reichlich Freizeit vorhanden. Zumindest deshalb, weil ich auf die eine oder andere “Präsenz vor Ort” verzichten konnte.

Genau wie ich, machen sich die wenigsten Studenten während dieser Zeit Gedanken über ihre persönliche Absicherung. Vor allem die Notwendigkeit einer Absicherung gegen Berufsunfähigkeit wird – allein schon aufgrund der Begrifflichkeit – häufig nicht gesehen. Und weil am Ende des Geldes, meistens noch so viel Monat übrig ist, scheuen viele Studenten auch die Kosten.

Wie ich in meinem Bekanntenkreis erleben musste, ist das ein fataler Fehler. Auch während des Studiums können Unfälle oder Krankheiten dazu führen, dass das Studium von heute auf morgen beendet werden muss. Neben den physischen und psychischen Belastungen, kommen dann möglicherweise noch Geldsorgen und Zukunftsangst hinzu.

Ein gutes Argument für das frühzeitige Abschließen einer Berufsunfähigkeitsversicherung, liefert zudem die Gesundheitsprüfung, die vor einem Vertragsabschluss erforderlich ist. Mit Anfang 20 sind die meisten Studenten gesund. Im besten Fall gab es keine Vorerkrankungen oder Operationen in den letzten fünf bis zehn Jahren. Erfolgten außerdem keine größeren Arztbesuche, steht der positiven Gesundheitsprüfung nichts im Wege.

Bei der Auswahl des Anbieters, sollten Studenten aber unbedingt auf die Qualität der Versicherungsbedingungen achten. Bei Eintritt des Leistungsfalls nach einem Unfall oder einer Krankheit, spielen vor allem die Klauseln zur abstrakten oder konkreten Verweisung eine wichtige Rolle.

Die abstrakte Verweisung ist der Einwand des Versicherers, dass man trotz der körperlichen oder seelischen Einschränkungen, grundsätzliche eine andere Tätigkeit ausüben könnte. Zum Glück verzichten immer mehr Versicherer auf diesen Vertragspunkt.

 

Die konkrete Verweisung liegt vor, wenn der Versicherungsnehmer zwar seinen gelernten und bisher ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kann, aber einer anderen beruflichen Tätigkeit nachgeht, die seinen Kenntnisse und Fähigkeiten entspricht. Hier wird die Formulierung also etwas wackelig… Trotzdem findet sich die Klausel zur konkreten Verweisung in den meisten Verträgen wieder.

Aber besonders Studenten sollten diese Klausel zur konkreten Verweisung vermeiden. Denn sollte man als Student berufsunfähig werden und die Ausbildung abbrechen, jedoch Jahre später in Erwerbsleben eintreten, so kann die Versicherung in diesem Fall die Rentenzahlung einstellen. Voraussetzung ist, dass der neue Job der sozialen Stellung und dem Einkommen der früheren Tätigkeit entspricht. Hier liegt die Krux: das Studium hatte – vorsichtig ausgedrückt – einen begrenztes finanzielles Potential. Und die soziale Stellung möchte ich hier nicht weiter ausführen…
Eine Verweisung wäre für die Versicherung also leicht begründbar.

Einige Berufsunfähigkeitsversicherungen bieten daher spezielle Regelungen für Studenten. Meist nach Abschluss des Grundstudiums, wird nicht die Tätigkeit als Student, sondern die mit dem Studium angestrebte berufliche Stellung versichert. Dadurch wird eine konkrete Verweisung deutlich schwerer und die Rente aus der Berufsunfähigkeitsversicherung wird häufig erheblich länger gezahlt. Entsprechende Angebote gibt es durch die AXA, Die Bayerische oder die Alte Leipziger.

Ein weiterer wichtiger Faktor bei Suche nach der richtigen Berufsunfähigkeitsversicherung, ist die Höhe der monatlichen Rente bei Eintritt des Leistungsfalls. Studenten können hier häufig nur einen Betrag bis 1.000 € beantragen. Nur wenige Versicherer wie die Alte Leipziger oder die Nürnberger sehen höhere Renten vor.

Daher ist es wichtig, dass Studenten eine Dynamik und eine Nachversicherungsgarantie vereinbaren.

Was ist das denn jetzt schon wieder?

Der Begriff Dynamik erklärt sich wohl von selbst. Die vereinbarte Rente wird jährlich um einen festgelegten Prozentsatz erhöht. Mit der Nachversicherung, kann der Versicherungsschutz im Laufe der Jahre angepasst werden. Das ist erforderlich, wenn das Leben mal wieder eine Ereigniskarte bereithält: Hochzeit, Immobilienkauf etc. Meist reicht aber auch der Abschluss des Studiums, um Anpassungen per Nachversicherungsgarantie geltend zu machen.

Die Kombination aus Dynamik und Nachversicherungsgarantie sorgt also dafür, dass sich die monatlichen Renten an die (hoffentlich) steigenden Einkommensverhältnisse nach dem Studium anpassen.

Zum Glück musste ich während meines Studiums keine Berufsunfähigkeitsversicherung beanspruchen. Wie gesagt, musste ich aber in meinem persönlichen Umfeld einen solchen “Leistungsfall” beobachten. Daher kann ich nur jedem raten, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Berechne hier sofort deinen monatlichen Beitrag und schau die bitte die oben beschriebenen Vertragsbedingungen genau an.

Spare und Investiere. Kletter den Berg rauf.
Vergiss dabei aber nie deine finanzielle Absicherung.

Tipp: Ein kostenloses E-Book zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten gibt es hier.

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5 Gedanken zu „Berufsunfähigkeitsversicherung – Sollten sich Studenten frühzeitig absichern?

  • Juli 2, 2016 um 4:46 am
    Permalink

    Hallo Felix,
    gut, dass Du darüber schreibst. Versicherungen und gerade die Berufsunfähigkeitsversicherung sind wichtige Themen die gerne auf die lange Bank geschoben werden.

    Ich habe selber eine BU bei der Alten Leipziger und diese schon (damals auf Drängen meiner Mutter) während meines Studiums abgeschlossen. Bei Berufseintritt habe ich dann die Gelegenheit genutzt um einen weiteren Zusatzvertrag abzuschließen. Damit habe ich dann 110€ jeden Monat für diese Versicherung gezahlt, hätte aber im Schadensfall (fast) keine Einkommenseinbußen gehabt.

    Nun gibt es bei der BU aber auch eine andere Seite der Medaille: Die Versicherung sollte dem Risiko entsprechend dimensioniert sein. Da ich festgestellt habe, dass mir 20-30% meines Einkommens zum “gut leben” reichen, macht es für mich keinen Sinn, mein komplettes Gehalt abzusichern. Daher habe ich den Zusatzvertrag wieder storniert und zahle nun “nur noch” etwas mehr als 66€ und bin immer noch mehr als genug abgesichert.

    Ein weiterer Punkt, den man nicht übersehen darf ist, dass eine BU eigentlich nur dann Sinn macht, wenn man seine Arbeitskraft gegen Geld tauscht. Das hat meines Erachtens in meinem Fall weiteren Einfluss auf das Risiko. Die Statistiken zur Berufsunfähigkeit gehen vom durchschnittlichen Arbeitnehmer aus, der bis ins Alter von 67 Jahren arbeiten muss. Wenn man sich aber z.B. bis zum Alter von 35 oder 40 Jahren ein nettes Zusatzeinkommen (z.B. durch Dividenden) zugelegt hat, sinken der Bedarf, der durch die BU gedeckt sein muss, sowie die Eintretenswahrscheinlichkeit des Schadensfall weiter.

    Meine Meinung daher: BU unbedingt! Aber sinnvoll dimensionieren. Es ist wichtig, die eigenen Existenz zu sichern aber das kann was ganz anderes sein, als die Zahl auf dem Gehaltscheck. Versicherungsvermittler drängen einen gerne zu teureren Policen da die die Provision da natürlich viel attraktiver sind.

    Viele Grüße
    Tobias

    Antwort
    • Juli 2, 2016 um 6:47 am
      Permalink

      Hi Tobias,
      Über BU Versicherungen im Allgemeinen kann man wirklich Bücher schreiben. 100€ im Monat finde ich als Berufsanfänger schon ziemlich heftig. Die richtige Höhe der vereinbarten monatlichen Rente bei Eintritt des Versorgungsfalles, hängt aus meiner Sicht stark von dem familiären Verhältnissen ab. Ich bin derzeit Alleinverdiener in einer Familie mit zwei Kindern. Wer in dieser Situation keine BUV hat, spielt aus meiner Sicht mit dem Feuer.
      Anderseits, und da gebe ich dir völlig recht, spielt das “Polster” eine wichtige Rolle. Sind hohe Vermögenswerte vorhanden, die bis ins hohe Alter reichen, braucht man keine BUV.
      Denn der Erwartungswert (Wahrscheinlichkeit de Schadensfalles x Auszahlungen – Einzahlungen) ist wie bei jeder Versicherung fur den Einzelnen negativ.

      Viele Grüße
      Felix

      Antwort
  • Juli 3, 2016 um 6:52 am
    Permalink

    @ Tobias
    Darf ich fragen, wie hoch die BU für 66 Euro bei dir ausfällt?

    @Felix
    Ich suche immer noch auf einen BU-Rechner, bei dem man nicht gleich seine Kontaktdaten angeben muss.

    Ich schiebe das Thema BU nun schon eine Weile vor mich her. An sich ist die Absicherung der Arbeitskraft eine gute Sache. Aber ohne professionelle Hilfe werde ich mich da nicht ran trauen, weil ich Versicherungen einfach nicht traue.

    Antwort
    • Juli 3, 2016 um 3:42 pm
      Permalink

      Hi Jenny,
      Das kann ich gut verstehen und kann wir wärmstens check24.de empfehlen.

      Viele Grüße
      Felix

      Antwort

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