Bildung ist nicht der Schlüssel für finanziellen Erfolg!

Oft bereuen erfahrene Privatanleger, dass sie nicht schon früher Fehler vermieden und finanzielle Bildung aufgebaut haben. Dass nicht bereits das Schulsystem gezeigt hat, wie man ein Budget aufstellen, Schulden vermeiden und in Wertpapiere investieren kann.

Gäbe es ein Schulfach „Finanzielle Bildung“ würden alle würden eigenverantwortlich mit ihrem Geld umgehen und es gäbe keine Privatschulden. Bildung ist der Schlüssel zu finanziellem Erfolg.

Blödsinn!

Wir können das Bildungssystem nicht für die schlechten Finanzkenntnisse in der Gesellschaft verantwortlich machen. Es gibt ausreichend Informationen. Im Internet, in Büchern und auf öffentlichen Veranstaltungen.

Interessiert das den Großteil der Bevölkerung?
Nein!

Too much information

Der Durchschnittsbürger konsumiert fröhlich vor sich hin, investiert nicht genug oder falsch und verschuldet sich immer mehr.

Dabei schwimmen wir in einem Meer aus Informationen, wie wir unsere finanzielle Situation verbessern können. Verbraucherportale bringen Transparenz in den Tarifdschungel, tausende Bücher erklären uns wie Sparen funktioniert und dutzende Blogs erzählen persönliche Erfolgsgeschichten. Von Menschen, die ihre Finanzen selbst in die Hand genommen haben und ihr Leben zum positiven verbessert haben.

Es gibt Podcasts (siehe auch der neue Finanzblogroll Podcast), Radiosendungen und sogar Computerspiele/Apps, die uns das Thema Finanzen nahe bringen – könnten.

In den USA geht die Schere zwischen Super-Sparern und Konsumgefangenen noch weiter auseinander.

Und immer wieder hören wir den scheinbar magischen Satz:
„Das Bildungssystem muss für finanzielle Bildung sorgen – Bildung ist der Schlüssel.“

Bildung ist nicht der Schlüssel!
Der Schlüssel heißt MOTIVATION.

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Wir wissen so viel

Wir alle wissen was zu tun wäre, um am Ende des Monats Geld übrig zu haben.

Wir alle wissen, dass wir Zinsen zahlen müssen, wenn wir uns Geld leihen (ja immer noch).

Wir alle wissen, dass wir eigentlich einen Notfalltopf als Reserve vorhalten müssten, damit wir die kaputte Waschmaschine reparieren oder das Auto über den TÜB bringen können.

Wir alle wissen, dass Konsum langfristig nicht glücklich macht.

Wir alle wissen, dass wir im Rentenalter auf zusätzliche Einnahmen angewiesen sein werden, um unseren Lebensstandard zu halten.

Wir alle wissen, dass die Börsen auch 2017 mal wieder ein renditestarkes Jahr hingelegt haben.

Es gibt ausreichend Informationen!

Es ist so ähnlich wie beim Sport bzw. der Ernährung.

Wir alle wissen, dass Schokolade nicht glücklich macht. Schokolade ist Zucker und Fett. Zucker macht aggressiv und Fett macht fett.
Dafür schmeckt Schokolade besser als Grünkohl…

Und das mit dem Sport ist auch so eine Sache.

Wir alle wissen, dass Sport gesund ist. Dass es den Kreislauf anregt und Fett verbrennt.
Aber Sport ist leider auch anstrengend…

Abnehmen ist eigentlich ziemlich simpel. Weniger und gesünder essen, regelmäßig bewegen. Punkt.

Auch hier ist Bildung nicht das Problem.
Das Problem ist oft die fehlende Motivation.

Warum bleibt das Mantra „Bildung ist der Schlüssel“ trotzdem präsent?

Weil wir eine Sache besonders gut können. Die Verantwortung und Schuld an andere abgeben. Wir lieben es geradezu, andere für unser Fehlverhalten verantwortlich zu machen.

Ich zum Beispiel treibe auch zu wenig Sport. Schuld sind natürlich meine Kinder. Die sind anstrengend aktiv und schlafen häufig schlecht. Außerdem sind sie ständig krank.

Wie soll man da kontinuierlich Sport machen können?… 😉

Beim Investieren bin ich schon ein Schritt weiter!

Geiz ist geil

Ich erwarte nicht, dass mir mein Bankberater auf kostengünstige Indexfonds anbietet. Oder dass die Frau/der Mann an der Kasse im Elektrofachmarkt sagt: „Ach, lassen sie das besser hier. Das passt diesen Monat nicht in ihr Budget.“

Ich werde auch von keinem Lehrer dieser Welt erwarten, dass er meinen Kindern finanzielle Bildung beibringt.

Weil es verschenkte Zeit ist, wenn die Motivation fehlt.

Meine Hass-Fächer in der Schule waren Französisch und Chemie.

Warum?
Ich habe keinen Mehrwert gesehen, wie mich diese Disziplinen weiter bringen. Hätte ich eine französische (Brief-)Freundin gehabt, wäre das sicherlich anders gewesen.

Und hätte mir jemand was über Aktienmärkte erzählt – ich wüsste nicht, ob es mich damals interessiert hätte. Wahrscheinlich nicht (außer die französische Freundin hätte das cool gefunden).

Es ist immer einfach, den Staat für die Mängel in der Gesellschaft verantwortlich zu machen. Dabei sind die Mächtigen viel weniger mächtig als wir glauben.

Die Macht liegt bei uns!

Das Ziel ist das Ziel

Zunächst brauchen wir Ziele im Leben. Sei es, dass wir finanziell gut für unsere Kinder sorgen können. Oder ein Immobilienkauf. Oder das Sparen für den frühzeitigen Ruhestand.

Am Anfang steht eine Vision. Daraus ergeben sich die konkreten finanziellen Ziele.
Und daraus entstehen die Handlungen.
Und erst im Rahmen dieser Handlungen kommt die Bildung.

Denn zur Erreichung der Ziele braucht es Kompetenzen.

„Wie kann ich beim aktuellen Niedrigzinsumfeld Vermögen aufbauen?“

„Wie funktioniert eine Immobilienfinanzierung?“

„Was gibt es bei der betrieblichen Altersvorsorge zu beachten?“

Für all diese Themen gibt es ausreichend und gute Fachliteratur.

Bildung ist nicht der Schlüssel!
Der Schlüssel heißt MOTIVATION.

Möge die Macht mit dir sein!

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6 Gedanken zu „Bildung ist nicht der Schlüssel für finanziellen Erfolg!

  • Dezember 21, 2017 um 3:29 pm
    Permalink

    Aus meiner Sicht ist Bildung sehr wohl essentiell, um gute finanzielle Entscheidungen treffen zu können.

    Beispielsweise bin ich schon immer sparsam, aber erst seit ich mir privat das Wissen erarbeitet habe, um Geld auch zu investieren, baue ich ein Vermögen auf.

    Bildung muss nicht durch die Schule erfolgen, sondern jeder ist selbst für seine Geschicke verantwortlich. Aber nur wenn man weiß was möglich ist, kann auf diesem Feld auch agieren.

    Wer kein Englisch kann, kann sich nicht auf Englisch verständigen. Da kann er noch so motiviert sein.

    Antwort
  • Januar 13, 2018 um 1:24 pm
    Permalink

    Schöner Artikel, aber leider nicht ganz richtig.

    DU magst die geistigen Resssourcen haben, aber viele haben es nicht. Da ist es gut, wenn man es z.B. in der Schule gelernt hat, wo es jemand einem gezeigt und erklärt hat. UND der für Frage offen ist.

    Ich arbeite als Lehrer bzw. Referendar an einer Hauptschule. So einfach wie Du es schreibst ist es für Dich, aber nicht für alle in Deutschland.

    Antwort
    • Januar 14, 2018 um 8:09 pm
      Permalink

      Danke! Aber ist nicht vor allem in der Schule die MotivTion der erste Schritt? Sind Schüler ohne eine Ziel wirklich lernbereit?
      Ich vermute nicht annährend so lernbereit wie Schüler, die ein Ziel vor Augen haben. Bei mir selbst war es jedenfalls so 🙂

      VG / Felix

      Antwort
      • Januar 16, 2018 um 8:41 am
        Permalink

        Darum ging es mir nicht. Du meintest, dass wir “aus einem Meer an Informationen” schwimmen. Das ist richtig, wenn auch Information keinen Plural hat…
        Aber viele können mit mit dieser Vielzahl an Wissen nicht umgehen, oder anders gesagt: Nicht im Meer schwimmen. Daher ist es gut, erst mal in einem kleinen Becken zu schwimmen.

        Ich geh mal stark davon aus, dass Du Gymnasiast oder Realschüler warst. Auf jeden Fall darfst Du in dieser Hinsicht nicht von Dir auf andere schließen.

        Antwort
  • Januar 14, 2018 um 11:37 am
    Permalink

    Sehr schön geschrieben. Ich störe mich nur am Wort “Bankberater” im Text. Den gibt es genausowenig wie den Autoberater im Autohaus.

    Antwort
    • Januar 14, 2018 um 8:05 pm
      Permalink

      Danke. Da gebe ich dir vollkommen recht! Es sind eigentlich Verkäufer vorausgewählter Finanzprodukte. Die besssere Alternative sind Honorarberater.

      Antwort

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