Bitte keine Werbung einwerfen!

Mitte Juni habe ich dir meine Kennzahlen für die Seite Finanzblogroll beschrieben. Mein Ziel ist es, die Anzahl der Sitzungen, sowie die Anzahl der Klicks auf verlinkte Beiträge monatlich um 10% zu steigern. Diese Ziele sollen die Vision unterstützen, mehr Menschen auf Finanzblogs aufmerksam und somit Finanzwissen einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen.

Zur Erreichung der Ziele habe ich dir versprochen, alle durch den Finanzblogroll erzielten Gewinne für Werbemaßnahmen einzusetzen.

Und weil ich es ernst meine, gilt es jetzt also die Werbetrommel zu rühren.

Aber wie sieht gutes Marketing für eine Homepage oder einen Blog aus?

Wer ist meine Zielgruppe? Wo finde ich diese Zielgruppe?

Wie erreiche ich möglichst viele Menschen?

Was kostet das?

Grundsätzlich sehe ich 4 Möglichkeiten eine Webseite oder einen Blog zu bewerben

1. Aktiv auf anderen Blogs sein

Blogger nutzen gerne die Kommentarfunktion auf anderen Blogs, um die Leser auf den eigenen Blog aufmerksam zu machen. Dabei sollte man aber darauf achten, wirkllich konstruktives Feedback zu geben. Dann steht einer fruchtbaren Diskussion der Inhalte, sowie der Gewinnung neuer Besucher des eigenen Blogs nichts mehr im Wege. Das Potential ist aber eher begrenzt, da sich nicht alle Leser eines Beitrages auch noch die dazugehörigen Kommentare durchlesen.

Eine weitere Möglichkeit sind Gastbeiträge auf anderen Blogs. Ich hatte das Vergnügen, einen Artikel für den Finanzrocker zu schreiben, der letzte Woche veröffentlicht wurde.

Sinnvoll für den Finanzblogroll?
Nicht so wirklich. Wer es als Besucher auf einen Finanzblog geschafft hat, kennt meistens auch andere. Und wir wollen ja Leser werben, die bisher keinen Zugang zu Finanzblogs hatten.

Weil es aber Spaß gemacht hat, würde ich trotzdem gerne noch den einen oder anderen Gastbeitrag auf anderen Blogs schreiben. Falls sic noch Freiwillige finden. 

2. Social Media

Dieser Bereich bietet enormes Potential und mannigfaltige Möglichkeiten. Über Facebook, Twitter oder Youtube erreicht man viele neue potentielle Besucher. Abonnenten können über neue Beiträge informiert und neue Leser durch Vernetzung akquiriert werden.

Der Finanzblogroll ist bisher nicht über Social Media aktiv.

Sinnvoll für den Finanzblogroll?

Durchaus. Ich werde mich wohl bald damit beschäftigen müssen 😉

3. Online-Werbung

Zudem kann man die Möglichkeit der bezahlten Internetwerbung nutzen, um den eigenen Blog beziehungsweise die eigene Internetseite bekannter zu machen. Ein häufig genutzter Anbieter ist hier Google AdWords. Damit kann man Kampagnen erstellen, eigene Texte und Banner entwerfen, sowie tägliche Budgets festlegen. In einer Auktion, weist Google AdWords dann die Werbeanfragen den angebotenen Werbeflächen zu. Die Werbeflächen bietet Google wiederum mit dem Tool Google AdSense an.

Sinnvoll für den Finanzblogroll?

Absolut. Spannend finde ich vor allem die Möglichkeit, eindeutige Rückschlüsse ziehen zu können. Es kann ausgewertet werden, welche Nutzer von welchen Seiten für die eigenen Homepage geworben werden konnten, indem sie auf die Werbeanzeigen geklickt haben.

Ich werde mich in den kommenden Monaten intensiv mit Google AdWords beschäftigen.

4. Offline-Werbung

Nach Social Media und Online Marketing wird es jetzt “old school”. Um neue Besucher auf den eigenen Blog aufmerksam zu machen, kann man natürlich auch ganz einfach offline Werbung machen. Zum Beispiel können Plakate geklebt oder Flyer verteilt werden.

Sinnvoll für den Finanzblogroll?

Absolut. Es ist die einfachste und schnellste aller Möglichkeiten.

Nun habe ich dir kurz meine Gedankenspiele zum Thema Werbung dargelegt. Man könnte jetzt Kosten-Nutzen-Analysen machen, Zielgruppen und Layouts definieren und einen Ablauf terminieren.

Ich kürze die Geschichte ab. Ich habe mich für Variante 4 entschieden und Flyer verteilt.

Die Flyer habe ich selbst entworfen, gedruckt und davon 100 Stück verteilt.

Mit dem, was du selbst tun kannst, bemühe nie andere.
(Thomas Jefferson)

Damit habe ich übrigens gleich gegen drei typische Fehler von Existenzgründern verstoßen.
Macht ja nix…

Hier der selbst entworfene Flyer und mein “Arbeitspaket”

werbung

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Hat die Aktion mehr Besucher auf den Finanzblogroll geführt?

Schwierig zu beantworten.
Die Flyer habe ich am 10.06. verteilt. Die Besucherstatistik sieht für den Zeitraum wie folgt aus.

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In den 30 Tagen vor dem 10.06. (11.05. bis 09.06.), waren es insgesamt 2.792 Sitzungen. Das entspricht einem Schnitt von ca. 93 Sitzungen pro Tag, wobei es allerdings bereits einen Aufwärtstrend gab. Am 11.06. kamen mit 99 Sitzungen etwas weniger als die Tage davor zustande.

Erhöht hat sich der Anteil an direkten Zugriffen, also durch Eingabe der URL in den Browser oder den Aufruf eines persönlich gespeicherten Favoriten. Im Zeitraum vorher lag dieser Anteil bei 49%, am 10.06. bei 54,5%.

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Aber Google Analytics hat natürlich noch mehr drauf.  Jetzt wollen wir konkret wissen, wie viele…

…neue Besucher,
…aus der Stadt Essen,
…direkt auf den Finanzblogroll zugegriffen haben.

Und das sieht dann so aus

werbung4

In orange siehst du die Werte für den Zeitraum von 30 Tagen vorher. Im theoretischen Schnitt 0,27 Besucher pro Tag. Der blaue Punkt symbolisiert die 3 Besucher am 10.06.

Bevor es zum Fazit geht, noch ein kurzer Überblick zu den Kosten der Aktion.

  • Die Flyer habe ich selbst entworfen => kostenlos
  • Die Flyer habe ich selbst gedruckt => 16 Cent pro Seite (Quelle: druckkosten.de) = 4 Cent pro Flyer (da 4 Flyer pro Seite)
  • Materialkosten für das Papier => 2 Cent pro Seite = 0,5 Cent pro Flyer
  • Verteilung der Flyer => kostenlos

Gesamtkosten = 4,5 Cent pro Flyer x 100 Flyer = 4,50 €

Mein Fazit der Aktion:

Gerade bei kleinen Stückzahlen, ist es kaum möglich den Erfolg der Werbemaßnahme zu messen

Es gibt keine Rückmeldung der “Werbeempfänger”

⇓ Man kann nicht gezielt eine Zielgruppe ansprechen

  Der Aufwand ist relativ hoch

Die Kosten sind gering (bei hoher Eigenleistung)

Man kann sofort loslegen und ist von Niemandem abhängig

⇑ Man ist an der frischen Luft

Ich hoffe, dass deutlich geworden ist, was ich dir mit der kleinen Werbeaktion und mit diesem Artikel sagen möchte. Die Besucherzahlen sind ja noch recht niedrig, sodass es bei der Auswertung und der Nutzenanalyse mehr um Zahlenspielereien geht. Zudem ist es nur ein Anfang mit kleinen Stückzahlen. Ich wollte dir aber zeigen, dass es möglich und auch notwendig ist, Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Das gilt für selbstständige Tätigkeiten, wie zum Beispiel einen Blog. Aber genauso für die Geldanlage und die persönliche Altersvorsorge. Wer über kleine Beträge schmunzelt, der hat den Wert des Geldes noch nicht erkannt. Wer sich von kleinen Schwankungen (ob Besucherzahlen oder Aktienkursen) verunsichern lässt oder in große Euphorie ausbricht, wird langfristig keinen Erfolg haben.

Habe langfristige Ziele und arbeite in kleinen Schritten. Glaube aber nicht, dass dich alle dieser Schritte direkt näher zu deinen Zielen bringen werden.

Ich werde die “Flyer-Aktion” definitiv wiederholen. Es hat Spaß gemacht, ich habe mich ein wenig an der frischen Luft bewegt und ich hatte das Gefühl, eigenhändig den Blog bzw. die Webseite voran zu bringen. Aus meiner Sicht ist eine Erfolgsmessung nur möglich, wenn die Besucherzahlen vorher einem gleichmäßigen Seitwärtstrend folgen, keine anderen Maßnahmen (wie zum Beispiel Gastbeiträge) die Besucherzahlen beeinflussen und wenn die Stückzahl der Werbemittel größer ist. Zudem möchte ich beim nächsten Mal eine klarere Zielgruppe erreichen und vielleicht professionelle Flyer drucken lassen. Die Kosten dafür liegen auch nicht viel höher als beim Selbstdruck.

Ich freu mich darauf!

Hast du auch einen Blog oder eine Webseite? Wie bewirbst du deine Inhalte? Oder hältst du es mit dem Motto “Et kütt wie et kütt”?

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8 Gedanken zu „Bitte keine Werbung einwerfen!

  • Juni 22, 2016 um 8:16 am
    Permalink

    100 Flyer? Da kannst du genauso gut einmal in den Wind husten, das hat denselben (Werbe-)effekt; nämlich gar keinen. Um annähernd einen spürbaren Erfolg zu verbuchen (mehr Frequentierung auf der Homepage), musst Du mindestens 10.000 Flyer drucken und verteilen (lassen.) Apropos: das sind keine Flyer die Du hier zeigst, sondern Visitenkarten. Und es heißt “neuesten” und nicht “neusten”. Überhaupt würde ich den Inhalt der Werbung ganz anders formulieren…

    Antwort
    • Juni 22, 2016 um 8:47 am
      Permalink

      Vielen Dank für den Kommentar, auf den ich gewartet habe 🙂
      Ja, natürlich ist das ein “Husten gegen den Wind”. Ja, natürlich sieht man keinen direkt spürbaren Erfolg. Ja, natürlich ist es kein tolles Marketing-Design.
      Ob man mit Aktionen richtig lag, erkannt man oft erst nach vielen Jahren. Ich hoffe der Bezug zur Altersvorsorge ist anderen Lesern klar geworden. Bis dahin gilt es zwei Dinge zu beachten: 1. klein anfangen, 2. überhaupt anfangen. Ich hoffe, du bist auch in ein bis zwei Jahren noch “Mitleser”. Dann sind deine (fachlich zutreffenden) Anmerkungen umgesetzt.
      Dieser Artikel ist aber eher als zunächst als Mindset gemeint.

      Antwort
    • Juni 22, 2016 um 8:52 am
      Permalink

      Huch, mit dem falschen Fuß heute aufgestanden und eine Portion Besserwisser-Brot gefrühstückt?

      Es könnten Visitenkarten auf dem Foto sein – oder eben kleine Flyer (A5 Format).

      Ich denke die 100 Flyer waren ein Probelauf. Felix überlegt ja, beim nächsten Mal größere Stückzahlen und professionell drucken zu lassen.

      Antwort
  • Juni 22, 2016 um 8:44 am
    Permalink

    Hallo Felix,
    toll dass du die Flyer-Aktion gemacht hast.
    Egal ob online oder offline, ich glaube am erfolgversprechendsten ist es Leute anzusprechen, die sich im engeren oder weiteren Sinne für das Thema interessieren.
    Wenn du nur auf Finanzblogs oder offline-Finanzveranstaltungen werben würdest, wäre es wohl so dass du Leute ansprichst, die ohnehin sich schon mit dem Thema Finanzen beschäftigen. Wäre nett, die als Leser/User zu gewinnen – aber dein Kernziel scheint ein anderes zu sein.
    Also die Leute, die sich im weiteren Sinne für das Thema Finanzen interessieren – oder noch nicht wissen dass sie sich dafür interessieren sollten 😉

    Keine Ahnung was da Suchwörter und verwandte Themen wären, vielleicht: Hauskauf, Altersvorsorge, mieten oder kaufen?, Niedrigzinsphase, sparsam leben, Alternative zu Tagesgeld, (schnell) reich werden (der Klassiker!),… aber vielleicht auch weniger offensichtliche Themen wie Minimalismus, Freiheit, das Hamsterrad verlassen, “Aussteiger”, digitale Nomaden,…
    Vielleicht kannst du mal den ein oder anderen Kommentar oder Gastartikel in diese Bereiche platzieren. Oder deine Google Adsense Werbung darauf orientieren.

    Viel Erfolg!

    Antwort
    • Juni 22, 2016 um 8:54 am
      Permalink

      Hallo Julia,
      Danke für deinen Kommentar! Die Suchwörter sind wirklich gut, ich habe auch schon in diese Richtungen gedacht. Allerdings sind Altersvorsorge und Minimalismus vielleicht schon zu nah dran bzw. schon mit Finanzblogs vernetzt.
      “Also die Leute, die sich im weiteren Sinne für das Thema Finanzen interessieren – oder noch nicht wissen dass sie sich dafür interessieren sollten.”
      Ich hätte es nicht besser formulieren können 🙂 Als Zielgruppe schweben mir in erster Linie Studenten vor. Vor dem Eintritt ins Berufsleben sind die Kosten und Einnahmen noch niedrig. Mit steigendem Einnahmen, steigt in der Regel auch die Ausgabenseite und das Hamsterrad beginnt sich zu drehen. Ich wünschte, ich hätte zu diesem Zeitpunkt schon mehr darüber gewusst.

      Antwort
  • Juni 22, 2016 um 8:20 pm
    Permalink

    Ich finde deine Aktion super, die Tat zählt!
    Auch wenn es nur 5 Flyer gewesen wären, wichtig ist manchmal nur *etwas* gemacht zu haben bzw. damit anzufangen.

    LG
    Johannes

    Antwort
  • Juni 26, 2016 um 9:20 am
    Permalink

    Hallo Felix,
    das läuft doch schon ganz gut bei Dir. Ich finde Deine Idee der Finanzblogroll sehr gut und gerade für Anfänger in diesem Bereich ist Dein Service ein wunderbarer Einstiegspunkt. Weiter so!

    Wenn Du über AdWords nachdenkst, solltest Du auch über Facebook Ads nachdenken. Ich habe das Gefühl, dass auch Google AdWords schon ziemlich Old School sind. Und gerade Generation X – Z treibt sich viel auf Facebook rum und lässt sich dort sehr zielgerichtet adressieren. Das sind dann immer diese Beiträge, die in der Timeline angezeigt werden. Meines Erachtens hat das ein großes Potential.

    Gruß
    der Finanzfisch

    Antwort
    • Juni 26, 2016 um 9:31 am
      Permalink

      Hey Finanzfisch,
      Danke für den Tipp. Werde ich mir mal anschauen und berichten.
      Ich bin nicht (mehr) bei facebook angemeldet.

      Viele Grüße
      Felix

      Antwort

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