Das ist alles nur eine Phase

Alles begann vor zwei Jahren. Lena war Mitte Zwanzig und hatte gerade ihren ersten Job angenommen.
Nun aber sollte sich ihr Leben grundlegend verändern.

Es war an einem Montag Abend, während Lena gerade WISO schaute. In diesem Moment spürte Lena spürte irgendetwas.
Deshalb machte sie einen Test.
Er war positiv.

Um nachzudenken, fuhr Lena für ein paar Tage ans Meer. Sollte sie diesen Schritt wirklich gehen. Oder frühzeitig abbrechen und weiterleben wie bisher?

Leider gab es in Lena Umfeld wenige Personen, mit denen sie sich unterhalten konnte. Deshalb schaute sie sich im Internet um. Sie begann regelmäßig einige Blogs zu lesen. Teilweise bis tief in die Nacht.

Im Internet fand sie viele Menschen, die in der gleichen Situation waren. Wie hatte sich das Leben der Anderen verändert? Waren sie ruhiger geworden? Oder gestresster und unsicherer?

Auf den Blogs, die Lena regelmäßig las, wurde auch viel diskutiert. Offensichtlich interessierten sich viele Menschen für das Thema. Es gab sogar Frauen, die in ihrer Lage von erotischen Träumen berichteten… Mit Kommentaren, beteiligte sich auch Lena an den Diskussionen. Sie beschrieb ihr Kribbeln im Bauch, aber auch ihre Ängste. Ihre Erlebnisse und ihre Visionen für die Zukunft.

Augen zu und durch!

Lena entschied sich, es durchziehen.

Die Veränderungen wurden jeden Monat deutlicher. Und bereits jetzt, hatten sich ihre Verhaltensweisen verändert. Im Supermarkt schaute Lena auf bestimmte Produkte, die ihr vorher nie aufgefallen waren. Auch ihr Auto würde sie bald austauschen.

Leider hatte Lena keinen Partner, der sie auf ihrem Weg unterstützen konnte. Daher las sie weiter Nacht für Nacht in den Internetblogs.

Schon wenige Monate später war es soweit. Lena nahm für ihr neues Projekt eine berufliche Auszeit. Sie hatte bereits ein paar Tausend Euro angespart. Daher würde sie die Zeit gut überbrücken können.

Allerdings waren die folgenden Wochen ziemlich unruhig. Lena konnte kaum schlafen. Alles war neu und aufregend. War sie diesem Projekt gewachsen? Lena griff zu einem Mantra, das sie in einem der Blogs gelesen hatte: Das ist alles nur eine Phase!

Es half ihr, die ersten Wochen zu überstehen.

Langfristig würde alles gut werden.

Austausch mit anderen

Über die Kontakte aus dem Internet erfuhr Lena von einem Treffen. Nicht weit weg von ihrem Wohnort in der Nachbarstadt. Lena entschied sich dazu hinzugehen.

Eine Woche später fand das Treffen statt. Etwa Dutzend Leute waren gekommen. Alles Frauen. Auch sie hatten sich auf die gleiche Reise wie Lena gemacht. Einige von ihnen waren äußerlich entspannt. Sie strahlten Sicherheit aus und glaubten, die Lage im Griff zu haben. Andere waren unsicher. Andere am Rande des Nervenzusammenbruchs. Für sie hatten die anderen Frauen ein Mantra parat: Das ist alles nur eine Phase!

In den folgenden Monaten stellte sich auch bei Lena Normalität ein. Ihr Projekt wuchs. Tägliche Aufgaben wurden zur Routine.

Allerdings gab es weiterhin zwischenzeitliche Durchhänger. Tage an denen gar nichts lief. Die ganze Welt um Lena schien täglich unsicherer zu werden. Lena kämpfte sich durch diese Tiefs durch. Ihr Mantra dabei: Das ist alles nur eine Phase!

Nach einem Jahr begann Lena wieder Teilzeit in ihrem Job zu arbeiten. Parallel trieb sie ihr privates Projekt voran.

Der Schneeball kommt ins Rollen

Lena merkte, dass sie umso mehr zurückbekam, desto mehr sie ihr Projekt steckte. Das Gefühl war großartig.
Es war praktisch ein Perpetuum mobile.

Natürlich gab es weiterhin auch kleinere Schwächephasen. Aber über die Jahre wurde es Lena immer klarer: Das ist alles nur eine Phase!

Die Jahre gingen ins Land. Ein neuer Mann trat ins Lenas Leben. Er akzeptierte die Entscheidung, die Lena vor einigen Jahren traf und die bis heute ihr Leben prägte.

Lena wusste: Mit Ende Fünfzig würde sie in ihrem kleinen Städtchen auf einer Parkbank sitzen und auf ihr bisheriges Leben zurückblicken. Sie glaubt, dass sie stolz darauf sein würde, was sie dahin erreicht hatte. Ihre innere Einstellung hätte zur richtigen Entscheidung geführt. Sie hätte alles in ihr Projekt gesteckt. Und nun bekäme sie alles mit Zinseszins zurück.

Es lohnt sich weiterzumachen. Immer weiter.

Und wenn zwischendurch der Glaube, die Hoffnung und Kraft schwinden, hilft ein Mantra:
Das ist alles nur eine Phase!

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen…

Für welches Projekt hat sich Lena mit Mitte Zwanzig entschieden? Für die Finanzielle Freiheit oder ein Kind?…

Was ich zum Ausdruck bringen möchte: Egal, ob es um Geldanlage, Kinder oder andere Dinge im Leben geht. Bewerte deine Entscheidungen im Leben nie auf kurzfristige Sicht.

Denn kurzfristig wird es immer Schwächephasen geben, in denen du anfangen wirst zu zweifeln. Sprich mit deiner Partnerin/deinem Partner. Suche dir Freunde, Bekannte oder andere Menschen, die in der gleichen Situation sind.

Ja – Kinder sind anstrengend. Da ich selbst zwei solcher Geschöpfe beherberge, weiß ich wovon ich spreche. Das erste Jahr kann die Hölle sein. Muss es aber nicht. Falls aber doch, hilft das Mantra der Väter und Mütter: Das ist alles nur eine Phase! 

Und irgendwann sind diese nerven- und kräftezehrenden Phasen wieder überstanden. Dann wirst du wunderbare Momente haben, die Kinderlose niemals in ihrem Leben so erleben können. Dann erhältst du deine “Investition” mit Zinseszins zurück. Und irgendwann merkst du, dass dich die zwischenzeitlichen Schwächephasen sogar stärker gemacht haben.

Bei der Geldanlage ist es nichts anderes. Es gibt schwächere Phasen, in denen das Zweifeln beginnt. Bin ich wirklich richtig investiert? Sollte ich auf sicherere Produkte umsteigen oder gar ganz aussteigen? Wird die Weltwirtschaft komplett zusammenbrechen?

Aber auch hier solltest du nicht kurzfristig denken. Schau beim Dax oder Dow Jones nicht auf den Tages-Chart. Schau dir den 5- oder 10-Jahres-Chart an. Langfristig geht es immer bergauf. Es ist idiotensicher. Du brauchst nur Geduld. Denn auch bei der langfristigen Geldanlage gilt bei Schwächeperioden: Das ist alles nur eine Phase! 

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4 Gedanken zu „Das ist alles nur eine Phase

  • April 13, 2017 um 9:57 am
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    Hi Felix,

    insbesondere bei der Geldanlage halte ich langfristiges Denken für extrem wichtig. Trotzdem haben wir in der aktuellen Marktphase natürlich leicht reden. Die Cashquoten erhöhen sich, die Märkte steigen…die Verlockungen noch einfach irgendwo einzusteigen sind groß. Man überlegt Positionen zu veräußern, zögert aber, weil man den Steuerabzug vermeiden will. Das sind natürlich Luxusprobleme und von mir aus kann diese Phase ewig so laufen.

    Aber danach kommt zwangsläufig die Hungerperiode. Ich bin gespannt, wie sich unsere Artikelthemen verändern, wenn die Märkte fallen. Ich bin sicher, dass ich über die richtigen Techniken verfüge, um auch dann gute Entscheidungen zu treffen. Wenn du mich aber fragst, ob mir das leicht fällt, müsste ich verneinen. Dann wird das Mantra behilflich sein.

    Und genauso ist es im Leben auch. Wenn wir einen langfristigen Plan verfolgen und uns bewusst sind, in welcher Phase wir uns befinden hilft das, die guten Phasen zu genießen und die weniger guten etwas leichter zu überstehen.

    Schöne Grüße
    Marco

    Antwort
  • April 13, 2017 um 3:10 pm
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    Sehr gefühlvoller Artikel (und das von einem Mann!). Es gibt viele Wege nach Rom. Der Weg, mit dem man sich wohlfühlt, ist der richtige. Man kann leider nicht alles planen, aber man kann durch Entscheidungen den eigenen Weg zum Glück ein wenig beeinflussen.

    Antwort
    • April 13, 2017 um 5:22 pm
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      Danke für das Lob – und das von einer Frau 😉

      Antwort
  • Juni 26, 2017 um 8:09 pm
    Permalink

    Lieber Felix, das wollte ich auch gerade schreiben, sehr berührend und toll! Ich habe während des Lesens gedacht, hat das eine Frau geschrieben? (-; Ich glaube, man würde vieles im Leben leichter durchgehen wenn man genau das nicht vergessen würde, dass alles nur eine Phase ist. Und vor allem, dass man danach immer weiter ist als vorher und dazu gelernt hat.

    Antwort

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