Drei Gründe für einen Börsencrash in 2018

Ich bin nun wirklich kein Crash-Prophet.
Ich bin davon überzeugt, dass Aktien und Indexfonds langfristig die beste Geldanlage sind.

Merkwüdigerweise bin ich aber auch irgendwie ein bisschen neugierig.
Neugierig darauf, wie sich ein Finanzmarkt-Crash anfühlt.

Und ich denke, dass es vielen Anlegern ähnlich geht.
Nämlich denen, die genau wie ich erst seit wenigen Jahren dabei sind.

Bis auf die Korrekturphase von April 2015 bis Februar/März 2016 – wo es in der Spitze etwa 25% nach unten ging – gab es in den letzten Jahren an den Aktienmärkten nur eine Richtung – aufwärts.

Wann also knallt es mal wieder?

Für das nächste Jahr, sehe ich drei mögliche Ursachen für einen größeren Kurseinbruch.

1. Eskalation des Nordkorea-Konfliktes

Derzeit ist es erstaunlich ruhig geworden um den kleinen dicken Nordkoreaner. Nichts hört man mehr von neuen Raketentests oder scharfen Worten Richtung Washington.
Die Ruhe vor dem Sturm?

Im Februar 2018 finden in der südkoreanischen Stadt Pyeongchang die olympischen Winterspiele statt. Im Sommer die Fussball WM in Russland. Die Aufmerksamkeit rund um diese Events, wird sich Kim Jong-un wahrscheinlich gerne zunutze machen. Eine hervorragende Möglichkeit für das nordkoreanische Regime, sich mal wieder wichtig zu machen.

Einen bewussten Angriff der Nordkoreaner halte ich allerdings nicht für sehr wahrscheinlich. Zu groß und zu stark sind die Gegner – im Prinzip ja die ganze Welt.

Dass aber aus Versehen mal eine nordkoreanische Rakete zum Querschläger wird, halte ich durchaus für denkbar.

Die Auswirkungen eines militärischen Konfliktes wären kurzfristig auch am Aktienmarkt spürbar. Zu groß wäre die Unsicherheit, da im modernen Kriegsspiel mit Atomwaffen viel Schaden angerichtet werden kann.

Mittelfristig hätte ein Krieg in Nordkorea aber wohl wenig Auswirkungen auf die Aktienkurse. Die Geschichte der USA ist gespickt mit militärischen Konflikten. Und in den wenigsten haben die Amerikaner eine gute Figur abgegeben. Die Märkte hat das nie wirklich gestört.

Wahrscheinlichkeit: niedrig
Auswirkung: mittel (kurzfristig)

2. Platzen der Immobilienblase in China

Eigentumswohnungen sind seit Jahren eine beliebte Geldanlage in China. Irgendwo muss das Geld ja hin…
Ich habe mal eine Reportage gesehen, wo ein Paar eine Wohnung zur Geldanlage gekauft hat. In einem riesigen Wolkenkratzer, eine mittelgroße Wohnung, für umgerechnet 300.000 €. Ganz schön happig für einen Plattenbau… Der Clou aber war, dass sich Eheleute in China keine zweite Wohnimmobilie kaufen dürfen. Das hat die Zentralregierung nämlich schon verboten, um die Immobilienpreise einzufangen.

Um dieses Gesetz zu umgehen, hat sich das Paar also kurzerhand scheiden lassen.
Nur damit sie die Wohnung kaufen können. Ganz schön irre.
Und wohl eine gängige Praxis in der “Volksrepublik”.

Warum sie die Wohnung kauften, wüssten die beiden frisch Geschiedenen eigentlich auch nicht so richtig. Ihre Freunde machten das jetzt alle so…

Ich kenne nicht die aktuellen Wertsteigerungsraten von chinesischen Immobilien der vergangenen Jahre. Aber wenn ich ein solches Szenario sehe, denke ich unweigerlich an eine Blase, die irgendwann mal platzen muss.
Vielleicht in 2018?…

Sollten der Immobilienmarkt und die Konuunktur in China einknicken, hätte das enorme Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und die Aktienmärkte.

Wahrscheinlichkeit: niedrig
Auswirkung: sehr hoch

3. Scheitern der Unternehmens-Steuerreform in den USA

Donald Trump spricht gerne von dem “größten Steuererlass in der Geschichte” der USA. Er meint seine Reform der Unternehmens- und Einkommenssteuer. Im Wahlkampf hatte er eine Unternehmenssteuer von 15 Prozent gefordert. Derzeit liegt der Spitzensatz bei 35 Prozent.

Die aktuellen Reformpläne sehen eine Reduzierung auf 20 Prozent vor. Ziel ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Unternehmen, das “Einsammeln” von steuerflüchtigen Unternehmen, sowie das Ankurbeln der Wirtschaft.

Die Pläne der Republikaner scheinen bereits in den Aktienkursen eingepreist zu sein. Derzeit liegt das PE (Price-Earnings) Ratio, also das Verhältnis von Aktienkurs zum Gewinn je Aktie, beim wichtigsten US-Index S&P 500 bei über 25. Der Mittlwert liegt bei 15.

Quelle: http://www.multpl.com/ (Stand: 10.11.2017)

Noch scheint es bei den Republikanern eine breite Mehrheit für das Reformkonzept zu geben. Die Demokraten sehen – berechtigterweise – die Finanzierung der Reformen als kritisch.

Sollte es zu Verwerfungen innerhalb der republikanischen Partei kommen (einige brennen sicher auch darauf, Donald Trump eins auszuwischen), dann wäre die Reform in Gefahr. Und dann könnte Reaktion am Aktienmarkt ziemlich krass ausfallen.

Aus meiner Sicht ist dieses Szenario das wahrscheinlichste.

Wahrscheinlichkeit: mittel
Auswirkung: groß

Fazit – Müssen wir zittern?

Alle drei beschriebenen Szenarien halte ich aus heutiger Sicht für möglich. Es kann aber genauso gut ein anderer, vielleicht heute noch unbekannter Grund hinzukommen. Wir haben alle keine Glauskugel.

Angst vor einen Börsencrash habe ich nicht. Ich habe noch genug Zeit, um Verluste auszusitzen.

Vielmehr hoffe ich für die Menschen in Süd-, Nordkorea und Japan, dass Szenario 1 nicht eintreffen wird.

Und sonst harre ich der Dinge und erwarte demütig was kommt.

Glaubst du an einen Crash in 2018? Welche Ursachen hältst du für denkbar?

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7 Gedanken zu „Drei Gründe für einen Börsencrash in 2018

  • November 15, 2017 um 6:05 am
    Permalink

    Ich glaube an keinen Crash. Ich denke eher, dass solche Ereignisse nur ein kurzes Husten sind und die Charts dann munter weiter steigen. So lange die Zinsen so niedrig sind, wird alles Geld in die Börse und Häuser gepumpt. Da müsste schon mehr passieren. Z.B. Rohstoffknappheit, Abschaffung des Euros etc. Ich hab von Crashs keine Ahnung, aber wenn alle fast schon hoffnungs auf einen Abrutscher warten, um ordentlich loszulegen, dann wird es kaum zum Crash kommen.

    Antwort
    • November 15, 2017 um 3:47 pm
      Permalink

      Wir wissen (zum Glück) nicht, was die Zukunft bringt. Vielleicht geht es erst dann bergab, wenn die Wirtschaft in die nächste Rezession rutscht. Ich hätte den Crash aber lieber jetzt als in 2 oder 3 Jahren.

      Antwort
  • November 15, 2017 um 9:12 am
    Permalink

    Der Immobilien-Eigentums-“Wahn” in China ist ggf. auch kulturell bedingt.

    Ich war vor ein paar Jahren in Peking. Der dortige Guide erklärte mir folgendes:
    Will man in China heiraten, so ist es ein ungeschriebenes Gesetzt, dass beide Seiten bestimmte Dinge in die Ehe mitbringen bzw. davor haben. Die eine Seite muss ein eigenes Auto mitbringen, die andere eine eigene Wohnung. Es war sogar “definiert” was davon die Frau mitzubringen hat und was der Mann. Ich weiß leider die Verteilung nicht mehr, aber je nachdem war es für die Eltern oft günstiger (je nachdem) einen Sohn oder eine Tochter zu haben, da dort oft die Eltern diese Heirats-Investition bezahlen….

    Nun ist der Heirats-“Markt” in China hart umkämpft, es gibt weniger Frauen als Männer. Da versucht natürlich jeder die besten Vorausetzungen zu schaffen. Dank Angebot und Nachfrage dürften die Immobilien-Preise steigen.

    Auch wenn China meines Wissens nach den Immobilien-Besitz staatlich gedeckelt hat: Nur eine Wohnung als Eigentum pro Ehepaar. Es gibt trotzdem sehr viele Chinesen und die Landflucht ist zunehmend in China.

    Bei meinem Besuch damals, waren allein in Millionen-Stadt-Peking ca. 2/3 “vom Land zugezogene” Chinesen und keine gebürtigen Pekinger, laut unserem Guide. Plus der wirtschaftliche Aufschwung und die Orientierung an westlichen Standards/Konsum/Besitz-Wünschen.

    Antwort
    • November 15, 2017 um 3:44 pm
      Permalink

      Wegen der Deckelung haben sich ja die beiden aus der Reportage scheiden lassen.
      Solange die Zentralregierung die Inflation im Griff hat, dürfte es ja laufen. Bisher machen die eine gute Figur. Von den 7-8% Wachstum laufen sie langsam auf 5-6% runter. Das wäre schon stark, wenn der Übergang so reibungslos und ohne Absturz klappen würde.
      Andererseits bin ich mir auch nicht sicher, wie sehr man den Zahlen vertrauen kann…

      Antwort
  • November 15, 2017 um 10:40 am
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    Ich befasse mich seit einigen Monaten aus persönlichem Interesse stark mit China.
    Der Immobilienmarkt dort ist verrückt.
    Es gibt zig Geisterstädte mit Wolkenkratzern und Häusern für teilweise millionen von Leuten – alles steht leer.
    Ud trotzdem wird dort noch ohne Ende weiter gebaut.
    Die Häuser dort sind von minderster Qualität und in China geht das gekaufte Haus nach 70 Jahren in Staatseigentum über.
    Alles sehr verrückt da drüben 😉
    Da wird es früher oder später noch ordentlich rummsen…

    Antwort
    • November 15, 2017 um 3:42 pm
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      Das mit dem Staatseigentum habe ich ja noch nie gehört 🙂 Stimmt das wirklich?
      Das wäre echt krank.

      Antwort
  • November 15, 2017 um 3:23 pm
    Permalink

    Ich glaube, die Sache mit Nordkorea wird vermutlich aufgebauscht. Ich lese das gar nicht mehr. Gab es während dem ersten oder zweiten Weltkrieg einen Crash? Ich erinnere mich nur an die Daten wie 1929, 1987, …
    Ansonsten schließe ich mich Jenny an. Ich glaube, die Gründe, die zu einem Crash führen, sind auch sehr irrational.

    Antwort

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