Finanz-Fundstück des Monats: Börsensignale

Seit Ende Juli bin ich (wieder) auf facebook unterwegs und habe für den Finanzblogroll eine eigene Seite angelegt. Eigentlich hatte ich mit facebook schon abgeschlossen, als ich vor etwa zwei Jahren meinen privaten Account deaktiviert hatte. Aber was tut man nicht alles für mehr Besucher 

Positiv ist, dass durch die facebook-Seite einige neue Besucher auf den Finanzblogroll aufmerksam geworden sind. Dazu gibt es in ein paar Tagen mehr in der Besucher- und Einnahmenstatistik für August. Diese wird übrigens einige Überraschungen beinhalten. Hah – so gespannt warst du zuletzt, als du einen entwickelten Fotofilm abgeholt hast, oder?

Jetzt aber zum Thema!

Negativ bei facebook ist, dass man allerlei unnötigen Mist lesen muss. Um den Finanzblogroll ein bisschen kostenlos zu bewerben, bin ich einigen facebook-Gruppen beigetreten. Dabei ist mir aufgefallen, dass es Unmengen von Gruppen gibt mit Titeln wie “Geld verdienen seriös”, “Geld verdienen von zuhause” oder “Aktien-Trading”. Gruppen, die sich mit einer vernünftigen, langfristigen Geldanlage befassen, gibt es hingegen deutlich weniger.

Klar, damit kann man den Leuten auch nicht das Geld aus der Tasche ziehen.

Nun ja, in einer dieser total seriösen Gruppen, wurde letztens ein Artikel der Börsenbrief Redaktion geteilt. Der Titel lautet “Aktien sind keine Daueranlage! Auch keine ‘guten Dividendenaktien‘”.

Oha.

Du brauchst aber nicht auf den Link zu klicken. Ich fisch dir die “Highlights” des Artikels raus. Die Aussagen beziehen sich auf eine Liste von 24 Unternehmen aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Niederlande und USA, die für die letzten 12 Jahre steigende Dividendenrenditen aufweisen können.

“Trotzdem sollen Sie anschließend aber auch die Gründe erfahren, warum wir aus guten Gründen von dieser Daueranlage-Strategie abraten, auch wenn sie im Nachhinein sehr verführerisch erscheinen mag.”

“Es wäre also ein Fehler, anzunehmen, es gäbe Aktien, die aufgrund wachsender Gewinne immer steigen.”

“Keine dieser 24 Aktien hat ein unumstrittenes Monopol, das ihnen erlauben würde, auch in Zukunft mühelos Gewinnsteigerungen zu erzielen. Und niemand ist vor Skandalen gefeit.”

“Das Rezept der BÖRSENSIGNALE lautet: Aktien sind grundsätzlich keine Daueranlage; vor einer signalisierten Aktienbaisse müssen sie einfach verkauft werden. Alle! Und Aktien, die wir in Hausse-Zeiten als kaufenswert ansehen, müssen erst einmal zeigen, dass sie steigen können. Sie müssen zu den relativ stärksten 200 (von 700) Aktien gehören die wir in unseren BÖRSENSIGNALEN beobachten. Und auch sie steigen nicht ständig, sondern benötigen Konsolidierungspausen. Dann werden sie durch andere aussichtsreiche Aktien konsequent ersetzt.”

Aha – Die Macher von Börsensignale haben also DAS Rezept. Das eigentliche Rezept ist aber recht einfach. Abonniere unseren Service und erfahre, wann du welche Aktien kaufen und verkaufen solltest. Dieser “Service” kostet 18,30 € pro Börsenbrief. Hinzu kommen die Gebühren, die bei jeder Transaktion fällig werden.

Immer wieder wird man als Leser auf Finanzseiten konfrontiert mit negativen Äußerungen zur Buy-and-Hold Strategie. Letztens war es beim Aktionär wieder so weit.

Der Gedanke dahinter ist immer derselbe. Kaufe unseren Service, nur dann bist besser als der Markt und erzielst satte Renditen. Und warum sollte man dem Aktionär oder anderen Börsenmagazinen sonst folgen?

Fakt ist: Laut einer von der Ratingagentur Morningstar veröffentlichten Untersuchung schafften es nur 10 Prozent aller weltweit agierenden Fondsmanager nach Kosten über 3,5 oder 10 Jahre, ein besseres Ergebnis als der Weltaktienindex MSCI World zu erzielen. Und laut einer Analyse des Ökonomen Burton Malkiel von der Universität Princeton haben sogar nur 2 Prozent der aktiv gemanagten Fonds (im Zeitraum 1970 bis 2001) deutlich besser abgeschnitten als ihr jeweiliger Vergleichsindex.

Ich lass mich nicht verunsichern und investiere per monatlichen Sparplan in Indexfonds und streue ein paar Einzeltitel hinzu.

Fertig ist die Laube 

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Ein Gedanke zu „Finanz-Fundstück des Monats: Börsensignale

  • August 29, 2016 um 9:04 am
    Permalink

    Amen.
    Als Ergänzung vielleicht noch folgende, sehr lesenswerte Studie der Universitäten Berkeley und Davis. Die Autoren kommen zum Ergebnis, dass langfristig sogar nur 1% der aktiven Investoren den Markt schlagen können. Besonders interessant finde ich die Hypothesen der Professoren, woran das liegen mag (Disposition Effect etc.).
    Im Folgenden der Link zum Paper:
    http://www.umass.edu/preferen/You%20Must%20Read%20This/Barber-Odean%202011.pdf

    Beste Grüße
    Pascal

    Antwort

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