Geldanlage mit dem Robo Advisor VisualVest

Immer noch vernachlässigen viele Deutsche ihre private Altersvorsorge. Vor allem Jüngere interessieren sich kaum für langfristige Formen der Geldanlage.

Der Aktienmarkt bietet hier – zumindest im Hinblick auf die Vergangenheit – eine hervorragende Möglichkeit, ein kleines Vermögen anzusparen und damit die Versorgungslücke im Alter zu schließen.

Doch selbst wer diese Zeichen der Zeit erkannt hat, interessiert sich nicht zwangsläufig für Aktien oder Fonds. Viele werden von Begriffen wie Aktiensplit, Thesaurierend, Swap-ETF oder von der Vielzahl der Anlageprodukte abgeschreckt.

Und genau hier setzen Robo Advisor an und bieten eine sinnvolle Alternative für unerfahrene und passive Anleger.

Was sind Robo Advisor?

Robo Advisor bezeichnen sich selbst häufig als die “nächste Generation der Geldanlage”. Und ganz übertrieben ist das nicht. Im Grunde genommen, sind sie die Folge der digitalisierten Anlageberatung. Dadurch sind sie günstiger, schneller und häufig auch unabhängiger als der “analoge” Bankberater oder Vermögensverwalter.

Grundsätzlich wird zwischen aktiven und passen Robo Advisorn unterschieden.

Aktive Robo Advisor können Kundenportfolios jederzeit umschichten und dadurch auf aktuelle Entwicklungen an den Aktienmärkten reagieren. Dadurch ensteht eine Chance den Markt zu schlagen, aber eben auch ein Risiko den Markt zu underperformen.

Bei passiven Robo Advisor wird die Portfolio-Zusammensetzung nach der Depoteröffnung nicht mehr geändert. Abgesehen vom fest definierten Rebelancing, erfolgt kein aktives Umschichten. Dadurch orientiert sich die Rendite am Wachstum der Märkte.

Im Folgenden möchte ich euch mit VisualVest einen der führenden Robo Advisor in Deutschland vorstellen.

VisualVest – Unternehmensprofil

VisualVest ist der digitaler Vermögensverwalter von Union Investment. Union Investment mit Hauptsitz in Frankfurt am Main ist die Investmentgesellschaft der DZ Bank, also die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken. Durch VisualVest sollen alle online-affinen Kunden und vor allem junge Kunden angesprochen werden.

Für ein kostengünstiges Angebot, setzt VisualVest auf börsennotierte Indexfonds (ETFs). Fonds der Union Investment werden nicht angeboten, da diese den Hauskunden der Volks- und Raiffeisenbanken vorbehalten bleiben sollen. Eher ein Plus- als ein Minuspunkt an dieser Stelle.

Die über VisualVest angelegten Kundengelder werden in der Union Investment Service Bank AG (USB) verwaltet, die als eigenständiges Finanzinstitut agiert. Die USB führt auch das Referenzkonto für das Depot. Um Kundendaten und Kundenvermögen zu schützen, ist dieses auch nur offline änderbar. Die gesetzliche Einlagensicherung auf das Referenzkonto beträgt 100.000 €.

Es ist also wichtig zu verstehen, dass VisualVest selbst über keine Bankenlizenz verfügt, sondern als (digitaler) Vermögensverwalter agiert. Somit sind alle Gelder die über VisualVest investiert werden insolvenzgeschützt – unabhängig von der weiteren Entwicklung der Plattform .

VisualVest – Konzept & Anlagestrategie

VisualVest bietet individuelle Anlagestrategien für unterschiedliche Rendite-Risiko-Profile an. Auf der Homepage, kannst du ohne vorherige Anmeldung ein solches Anlageprofil für dich erstellen.

Und genau das habe ich testweise für mich getan.

Im ersten Schritt wird man gefragt, für wen das Anlagekonto angelegt wird. Neben einem eigenen Depot, ist auch die Erstellung eines Junior-Depots möglich. Mit diesem kann man für die Ausbildung oder den Führerschein des eigenen Kindes anlegen. Sobald das Kind volljährig ist, geht die Verfügungsberechtigung über das Depot auf das Kind über.

Ich wähle hier “Für mich”

Die nächste Frage nach dem Alter überspringe ich mal 

Im nächsten Schritt wird nach dem monatlichen Anlagebetrag gefragt. Positiv fällt mir hier auf, dass darauf hingewiesen wird, dass nur regelmäßig verfügbares Geld angelegt werden sollte.

Verfügbare Beträge können monatlich, einmalig oder kombiniert investiert werden.

Im Anschluss wird man nach dem eigenen Anlagehorizont gefragt.

Danach folgen noch ein paar Fragen nach der Anlageerfahrung und dem individuellen Risikoprofil.

Abschließend kann man zwischen zwei Anlagestrategien entscheiden: GreenFolio oder VestFolio. Ich wähle (mit leicht schlechtem Gewissen) VestFolio.

Auf Basis meiner Antworten, erhalte einen passenden Portfoliovorschlag und eine auf Monte-Carlo-Simulationenen basierenden Prognose der Wertentwicklung.

Im Details sieht die vorgeschlagene Anlagestrategie dann wie folgt aus. Es wird deutlich, dass man ein solches Portfolio selbst kaum nachbilden kann. Und wenn dann nur mit einem sehr großen Vermögen oder hohen Sparraten. Ergänzend weise ich darauf hin, dass VisualVest insgesamt vier Anlageklassen anbietet. Da ich eine “gewinnorientierte” Strategie gewählt habe, fällt die Anlageklasse Geldmarkt hier heraus.

Leider werden die einzelnen und auch die finalen Fondsgebühren nicht angezeigt. Dafür ist die Anmeldung bei VisualVest erforderlich. Im Schritt vorher haben wir aber gesehen, dass die laufenden Fondskosten zwischen 0,25% und 0,38% liegen.

VisualVest – Erster Eindruck

Da ich bisher nicht über VisualVest investiere, kann ich zunächst nur über meinen ersten Eindruck von VisualVest berichten.

Der Online-Auftritt ist übersichtlich und bietet schnell Zugang zu den wichtigsten Informationen.

Die vorgeschlagene Anlagestrategie ist nachvollziehbar und inhaltlich logisch. Obwohl ich ein gewinnorientierten Ansatz gewählt habe, ist der Anteil von Anleihen relativ hoch. Ich selbst bin aktuell risikoreicher unterwegs und sollte mir vielleicht Gedanken machen, ob ich damit meinem Risikoprofil gerecht werde.

Zusammenfassend bietet VisualVest folgende Vorteile:

– Neben dem Online-Plattform, ist auch eine App verfügbar.
– Über Sparpläne kann bereits ab 25 € monatlich investiert werden (der Mindestanlagebetrag beträgt 500 €)
– Es fallen keine Depotgebühren, Transaktionskosten oder Erfolgbeteiligungen an
– Die Gebühren für die Vermögensverwaltung betragen 0,6 % jährlich
– Die Verwaltungsgebühren für die Fonds betragen lediglich 0,27% – 0,38% für das VestFolio
– Für das Rebalancing fallen keine Kosten an

Mein erster Eindruck von VisualVest ist sehr positiv. Das Produkt setzt auf Kostentransparenz und nachhaltige Anlageformen. Damit bietet VisualVest eine gute Alternative für alle, die passiv in den Wertpapiermarkt anlegen und sich nicht mit der Depotzusammensetzung und dem Rebalancing beschäftigen möchten.

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