Growth Investing vs. Value Investing

Gastbeitrag

Value Investing Chronicle ist der Finanzblog für Value Investoren. Hier findest du Aktienanalysen und wie du dein Vermögen mit ETFs aufbauen kannst. Des Weiteren erlernst du die Strategien von Investoren wie Warren Buffett, Joel Greenblatt und Mohnish Pabrai kennen.

Growth Investing vs. Value Investing – Das Abwägen der Vorzüge dieser beiden konkurrierenden Anlagestile ist wie die Entscheidung zwischen Batman und Superman. Du willst beides.

Sowohl Growth- als auch Value-Aktien können den Wert für Anleger maximieren, aber die beiden Anlagearten verfolgen unterschiedliche Ansätze.

Growth Investing

Wachstumsinvestoren werden von Unternehmen angezogen, von denen erwartet wird, dass sie in der Zukunft schneller wachsen (entweder durch Einnahmen, Cashflows und definitiv durch Gewinne) als der Rest. Da Wachstum die Priorität ist, investieren Unternehmen Gewinne in sich selbst, um in Form von neuen Arbeitskräften, Ausrüstungen oder Akquisitionen zu expandieren.

Erwarten Sie keine Dividenden von Wachstumsunternehmen – Sie reinvestieren ihre Gewinne, um mehr Wachstum zu kreieren. Wachstumsunternehmen bieten ein höheres Aufwärtspotenzial und sind daher von Natur aus risikoreicher. Es gibt keine Garantie dafür, dass die Wachstumsinvestitionen eines Unternehmens erfolgreich zum Gewinn führen. Wachstumsaktien erleben Kursschwankungen in größerem Umfang, sodass sie für risikotolerante Anleger mit einem längeren Zeithorizont am besten geeignet sind.

Value Investing

Bei Value Investing geht es darum, Diamanten im Rohzustand zu finden – Unternehmen, deren Aktienkurse nicht notwendigerweise ihren fundamentalen Wert widerspiegeln. Value Investoren suchen Unternehmen, die zu einem als Schnäppchen geltenden Aktienkurs handeln, und mit der Zeit wird der Markt den Wert des Unternehmens richtig erkennen und der Preis steigt.

Zudem legen die Value Investoren vor allem keinen Schwerpunkt auf das Wachstum. Selbst wenn die Aktie nicht steigt, profitieren die Anleger in der Regel von Dividendenzahlungen. Value Aktien haben ein begrenzteres Aufwärtspotenzial und können daher sicherer als Wachstumsaktien sein.

Growth vs. Value Aktien – ein kleiner Spickzettel

Growth Aktien:
• Sehr “teuer” – Ihre Aktienkurse liegen relativ höher als ihre Umsätze oder Gewinne. Dies ist auf die Erwartungen von Anlegern an höhere Umsätze oder Gewinne in der Zukunft zurückzuführen. Erwarten Sie daher ein hohes Preis-Umsatz-Verhältnis und ein gutes Kurs-Gewinn-Verhältnis.
• Riskanter – Sie sind jetzt teuer, weil Investoren große Dinge erwarten. Wenn Wachstumspläne nicht zustande kommen, könnte der Preis stark sinken.

Value Aktien:
• Sehr “günstig” – ihre Aktienkurse sind im Verhältnis zu ihren Umsätzen oder Gewinnen niedrig.
• Weniger riskant – Sie haben bereits bewiesen, dass sie auf der Grundlage eines bewährten Geschäftsmodells Gewinne erzielen können. Eine Aufwertung des Aktienkurses ist jedoch nicht garantiert – vielleicht haben die Anleger die Aktie bereits angemessen gepreist.

Growth vs. Value Aktien – ein Beispiel

Facebook ist ein sehr gutes Beispiel für ein Wachstumsunternehmen im Sinne des Growth Investing. Bei Facebook hat Wachstum Priorität. Es schüttet keine Dividenden an seine Investoren aus, sondern reinvestiert es vor allem in Form von neuen Arbeitskräften, Ausrüstungen und Akquisitionen.

Quelle: Tabelle 1 – Stand 04.11.2017 – Value Investing Chroncile

Mark Zuckerburg, der Gründer von Facebook hat sich zum Ziel gesetzt, sein Unternehmen als das beherrschende Nachrichten- und Kommunikationsunternehmen des 21. Jahrhunderts zu machen. Die Unternehmenszukäufe von Whatsapp und Instagram sprechen für diesen Schritt. Des Weiteren plant Facebook einen baldigen Markteintritt in China. Somit bleiben die Wachstumserwartungen sehr hoch, weil Investoren gute Finanzzahlen und einen steigenden Aktienkurs für die Zukunft erwarten.

Pfizer ist ein klassisches Beispiel für ein Value-Unternehmen. Pfizer Aktienkurs spiegelt nicht den inneren Wert des Unternehmens wider. Der innere Wert liegt oberhalb des Aktienkurses somit scheint Pfizer zu einem Schnäppchenpreis angeboten zu werden. Investoren profitieren bei Pfizer vor allem durch die hohe Dividendenrendite von 3,60 %. Pfizers Geschäft mit neuartigen Medikamenten im 2. Quartal 2017 gut gelaufen. Insbesondere der Brustkrebs-Blockbuster Ibrance, der zuvor hinter den Erwartungen zurückgeblieben war, hat sich positiv entwickelt. Schwierig bleibt dagegen das Geschäft mit bewährten Medikamenten, weil hier zuletzt eine Reihe von Lizenzen ausgelaufen sind. Die Value-Aktie Pfizer ist auch weniger riskant als die Growth-Aktie Facebook, weil es Gewinne aus einem grundlegenden Geschäftsmodel (Entwicklung und Verkauf von Medikamenten und Impfstoffen) generiert.

Wichtiger Hinweis

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