Sparen und Investieren sind Privilegien – nutze sie!

Vor einigen Monaten habe ich angefangen. Monat für Monat wandert Geld über automatisierte Sparpläne in ETFs und Einzelaktien. In den MSCI World, in den MSCI Emerging Markets, in ABB, Procter & Gamble & Co. Zwischendurch wird das Depot durch zusätzliche Einmalzahlungen gefüttert.

Der Depotwert ist noch nicht sehr hoch. Er kommt nicht annähernd an die Depots von Marcos, Jan oder „Charlie“ heran.

Dennoch fließen mittlerweile monatlich kleine Dividendenzahlungen auf mein Verrechnungskonto. Durch die Streuung auf Einzelaktien, sind es häufig kleine Beiträge. Dafür stetig und regelmäßig.

Im letzten Monat habe ich die magische 400€-Marke erreicht.

„Was ist die magische 400-Marke?“

Schön, dass du fragst. Sonst wäre der Beitrag jetzt zu Ende 🙂

In den zurückliegenden zwölf Monaten, habe ich insgesamt rund 400 € an Dividenden erhalten. Das heißt nicht, dass mein Gesamtvermögen um 400 € gestiegen ist (Stichwort: Dividendenabschlag). Aber das ist eine ganz andere Geschichte. Als langfristigem Buy-and-hold Anleger ist mir die kurzfristige Kursentwicklung Wurscht. Daher sind die Dividenden mein persönlicher Anlagezins.

Aber warum jetzt die 400 €-Marke?

Wie du weißt, ist die weltweite Armut immer noch ein großes Problem. Laut der renommierten Nichtregierungsorganisation Oxfam, gilt ein Mensch als arm, wenn er weniger als 1,25 $ am Tag zum Leben hat.

Der Umrechnungskurs zum Euro beträgt etwa 0,89. Demnach gilt ein Mensch als arm, wenn er weniger als 1,11 € am Tag, beziehungsweise weniger als 405 € im Jahr zum Leben hat. Abgerundet kommt hier meine 400 €-Marke ins Spiel.

Wie viele Menschen gelten als arm?

1990, im Referenzjahr der Vereinten Nationen, galten 1,93 Milliarden Menschen weltweit als arm. 2015 waren es immerhin noch 836 Millionen Menschen. (Quelle: F.A.Z.)

Jetzt nochmal zum Mitschreiben:

Dafür, dass ich für ein paar Monate einen geringen Anteil meines verfügbaren Einkommens sinnvoll angelegt habe, bekomme ich im Jahr rund 400 € Zinsen/Dividenden. 836 Millionen Menschen auf der Welt haben jährlich weniger als diese 400 € zur Verfügung. Für Essen und Trinken.

Absoluter Wahnsinn!

Was machen wir mit dieser Erkenntnis?

Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass wir unfassbar reich sind.

Wir haben genug zu essen, zu trinken, ein Dach über dem Kopf, sowie freien und umfangreichen Zugang zu Bildung.

Wir Finanz-Kapitalisten können uns stattdessen damit beschäftigen, ob wir im nächsten Monat lieber Siemens- oder Netflix-Aktien kaufen wollen.

Aber anders als es auf den ersten Blick scheint, geht es uns gar nicht um das Geld. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall.

Schau dir die Beiträge auf den anderen Finanzblogs oder YouTube-Kanälen an. Meist geht es dort um die eine bestimmte Lebenseinstellung – neudeutsch: Mindset.

Die meisten von uns Finanz-Kapitalisten haben kapiert, dass es wichtigeres im Leben gibt als Geld.
Nämlich die Zeit, die dir in deinem Leben zur Verfügung steht.

Nein, Geld macht nicht glücklich – aber frei. Zumindest, wenn du es richtig anpackst.

Die meisten Menschen in den Industrienationen verdienen viel mehr Geld als sie benötigen. Trotzdem leben sie auf Pump. Als gäbe es kein Morgen. So wie der nordirische Ex-Fußballer George Best, dessen folgendes Zitat berühmt wurde:

“Ich habe viel von meinem Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest habe ich einfach verprasst.”

George Best verstarb mit nur 59 Jahren infolge einer Lebertransplantation (die ihre Gründe hatte).

Sparen und Investieren sind Privilegien – nutze sie!

Wenn du mindestens ein durchschnittliches Einkommen hast, kannst du zumindest 10% davon sparen. Und allein die daraus erzielten Dividenden, machen dich reicher als hunderte Millionen Menschen auf dieser Welt.

Nutze diesen unglaublich glücklichen Zustand zu diesem Vorteil!

Möchtest du ab sofort über neue Beiträge informiert werden?
Dann melde dich jetzt für meinen Newsletter an.

Teilen macht Freu(n)de... Share on Facebook0Tweet about this on TwitterShare on Google+0Pin on Pinterest0Email this to someone

9 Gedanken zu „Sparen und Investieren sind Privilegien – nutze sie!

  • Mai 31, 2017 um 5:29 am
    Permalink

    Auf den Punkt gebracht! Perfekt.

    Gerade der Abschnitt, das es vielen gar nicht direkt um das Geld geht, sondern darum, mehr Zeit für sich zu haben und das Geld nur als Mittel dafür ansehen. Ich denke dies ist ein Punkt, den viele Menschen noch nicht verstanden haben.

    Antwort
    • Mai 31, 2017 um 6:11 am
      Permalink

      Du hast Recht – der Punkt rechtfertigt eigentlich schon einen eigenen Beitrag.

      Antwort
  • Mai 31, 2017 um 4:50 pm
    Permalink

    Hallo Felix,

    du hast so Recht…

    Ich habe mich beim Lesen kurz etwas schlecht gefühlt. 400 Euro ist echt so wahnsinnig wenig…das ist unvorstellbar. Ich werde gleich erst einmal recherchieren, ob sich herausfinden lässt, ob es in Deutschland überhaupt auch Menschen gibt, die unter diese Grenze fallen…eigentlich unvorstellbar!

    Wenn ich daran denke, wie es sein würde von 400 Euro im JAHR zu leben – da scheinen doch all die Probleme, die wir uns immer einreden absolut nichtig.

    Wahrscheinlich sollten wir deiner 10%-kann-jeder-sparen auch noch eine 5%-kann-jeder-an-arme-menschen-spenden-Regel hinzufügen! Ich muss leider zugeben, dass ich diese bisher nicht befolge…aber nach Beiträgen wie Deinen denke ich da mal wieder ernsthaft darüber nach…die etwas geringere Sparquote würde mir nicht wehtun und für andere Menschen würde es die Welt verändern, wenn sie an meinem “Reichtum” teilhaben könnten.

    Liebe Grüße
    Marielle

    Antwort
    • Juni 1, 2017 um 12:26 pm
      Permalink

      Hi Marielle,
      guter Ansatz! Beim Thema Spenden ist auch bei mir noch (zu viel) Luft nach oben.
      Danke für deine Ergänzung!

      LG
      Felix

      Antwort
  • Juni 1, 2017 um 9:09 am
    Permalink

    Hallo Felix,

    danke, dass du uns das nochmal vor Augen führst. Wir wissen es auch immer mehr zu schätzen, wieviel Freiheit uns das Sparen und Investieren bringt. Aber unsere Konsumgesellschaft scheint das nicht zu verstehen: Sie sagen zwar, ach man müsste mal Geld anlegen. Bei der nächsten Gehaltsnachzahlung wird das Geld aber nicht investiert, sondern sofort verprasst. Erst kürzlich wieder im eigenen Freundeskreis erlebt 🙁 Dieser maßlose Geldumgang ist wirklich ein Hohn für die 839 Millionen Menschen.

    Viele Grüße
    Martin

    Antwort
  • Juni 1, 2017 um 3:42 pm
    Permalink

    Hallo Felix,

    Du hast wirklich recht. Ich reise sehr gerne und so oft wie moeglich. Jetzt gerade befinde ich mich in der dominikanischen republik. Wenn man viel unterwegs ist auf der ganzen Welt bemerkt man erst, dass man zu Hause wirklich reich ist. Ich habe mit meiner Freundin ein Auto gemietet, um das Land selbst besser kennen zu lernen, nicht nur die touristischen Zentren. Wie immer sind dies zwei verschiedene Welten. Mein Eindruck, die Leute haben zwar nicht viel, wirken aber durchaus gluecklich hier.

    Gerade im Land, wo man merkt dass sie weniger haben als man selbst gebe ich gerne einmal das doppelte Tringgeld, ich bekomme das Geld durch mein Depot, und muss nicht so hart dafuer arbeiten, wie diese Menschen hier vor Ort. Ob das nun einen positiven oder negativen Einfluss auf die Situation hier hat oder nicht, weiss ich leider nicht. Auf jeden Fall meine ich es gut mit den Menschen hier.

    MfG Chri

    Antwort
    • Juni 1, 2017 um 6:56 pm
      Permalink

      Hi Chri,
      gute Einstellung! Euch einen schönen Urlaub noch! Die facebook Bilder sind auf jeden Fall eindrucksvoll.

      VG
      Felix

      Antwort
  • Juni 2, 2017 um 4:21 pm
    Permalink

    Richtig guter Beitrag! Können uns schon glücklich schätzen.
    “Die meisten von uns Finanz-Kapitalisten haben kapiert, dass es wichtigeres im Leben gibt als Geld.
    Nämlich die Zeit, die dir in deinem Leben zur Verfügung steht.

    Nein, Geld macht nicht glücklich – aber frei. Zumindest, wenn du es richtig anpackst.”
    Stimmt 100%
    Grüße

    Antwort
  • Juni 2, 2017 um 8:16 pm
    Permalink

    Hallo Felix,
    toller Beitrag. Wie einmal ein Vortragender sagte: Niemand kann sich aussuchen, wo er zur Welt kommt. Wir können uns so unfassbar reich schätzen, dass wir in Europa aufgewachsen sind. Wir hatten dieses Glück und dennoch verschwenden so viele ihre Zeit, indem sie das Geld (und damit Lebenszeit) sinnlos zum Fenster rauswerfen, anstatt Möglichkeiten (sparen u. investieren), zu nutzen um dadurch Freiheit zu gewinnen und auch Geld zu spenden.

    Schöne Grüße
    Manuela

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.