Meine 3 wichtigsten Depot Kennzahlen für das Börsenjahr 2018

Falls du jetzt die übliche Bewertungs-Kennzahlen erwartest, muss ich durch leider enttäuschen. In diesem Beitrag geht es nicht um die Aktienauswahl gemäß niedriger KGV, KUV oder KCF.

Vielmehr möchte ich meine Gedanken zum sinnvollen Portfolio-Tracking ausführen.
Und dabei steht Rendite nicht an erster Stelle.

Wie ich in meinem Monatsbericht zum Dezember 2017 geschrieben habe, werde ich ab Januar Teile meiner Portfolio-Entwicklung veröffentlichen. Nicht in absoluten, aber in relativen Zahlen.

Warum?

Ich selbst habe gemerkt, wie mich Erfahrungsberichte erfahrener Anleger motivieren. Bei Unterhaltungen, auf Blogs oder auch auf unseren Finanztreffen.

Ich finde es spannend zu hören, welche Produkte/Aktien andere kaufen und vor allem aus welchen Gründen. Wie sich ihr Depot über die Jahre entwickelt hat. Was sie gelernt haben. Und welche Fehler sie gemacht haben.

Wenn wir über diese Themen einen Austausch finden, dann machen diese ganzen Rendite-Vergleiche im Rahmen der “Hosen-runter”-Aktion wirklich Sinn.

Meine wichtigsten Depot Kennzahlen

Aus diesen Gründen habe ich überlegt, welche Kennzahlen für mich wirklich wichtig sind.

Here they are!

1. Costs-of-Invest (CoI)

Keine Ahnung, ob es diesen begriff wirklich gibt. Falls nicht > ©Finanzblogroll 

Hinter den Costs-of-Invest (Investitionskosten) stecken in der Regel nicht mehr als die Transaktionskosten. Man könnte noch weitere Kosten ergänzen, wie Depotgebühren oder Zinsen für Wertpapierkredite. Bei mir sind es nur die Transaktionskosten.

Ich investiere über Sparpläne in Einzelaktien. Hier gibt es (soviel ich weiß) leider keine Sparplan-Angebote. Daher liegen die Gebühren bei 1,5% pro Ausführung. Dafür spare ich langfristig die Verwaltungsgebühren gegenüber Fonds.

Mein Ziel: CoI = max. 2,0 %

2. Individuelle Dividendenrendite (iDivR)

Ich verfolge keine Dividendenstrategie. Dennoch investiere ich vorzugsweise in Aktien, die eine Dividende zahlen – wobei die Rendite zweitrangig ist. Besonders reizvoll finde ich die Dividenden-Steigerungen bei Wachstumswerten. Zum Beispiel bei Visa (derzeit 0,7% Dividende, 23% Steigerung auf 5-Jahres-Sicht), Apple (1,5% / +34%) oder Tencent (0,2% / +31%).

Die individuelle Dividenden-Rendite bezieht sich immer auf den eigenen Kaufkurs.

Mein Ziel: iDivR mind. 2,5 %

3. Durchschnittliche Haltedauer (dHD)

Nein, nicht MHD, sondern dHD. In der Vergangenheit habe ich häufig zu früh verkauft. Ich war kein langfristiger Investor. Da ich alle Finanztransaktionen in einer Excel-Datei festhalte, habe ich die erforderlichen Daten bereits zur Verfügung.

Aus der gewichteten Aktienanzahl und den Kaufdaten, ergibt sich die durchschnittliche Haltedauer aller im Depot befindlichen Aktien.

Da ich vor einigen Monaten begonnen habe, von ETFs auf Einzelaktien umzuschichten, liegt der Wert derzeit nur bei 0,8.

Mein Ziel: dHD mind. 1,5 Jahre

Weniger wichtige Kennzahlen
4. Rendite

Die Wertentwicklung des Depots sollte sich im Durchschnitt des gesamten Marktes bewegen. Der sinnvollste Benchmark wäre hier der MSCI World. Im Personal Investment Report der Consorsbank werden aber nur Dax, Euro Stoxx 50, Dow Jones und Nasdaq herangezogen.

Die Rendite ist für mich aber keine primäre Kennzahl. Vor allem nicht auf kurze Sicht.

5. Angemessene Diversifikation

Beim Kauf der Aktien achte ich auch auf Branchen und Regionen. Allerdings habe ich (noch) keine fest definierten Wertgrenzen. Es sollte eine gesunde Mischung sein. Hier brauche ich vielleicht nochmal euer Feedback.

In jedem Fall wird es zur Branchen- und geografischen Aufteilung jeweils ein Diagramm geben.

Fazit

Die üblichen Performance-Kennzahlen stehen für mich nicht im Vordergrund. Was bringen die ganzen Outperformance-Depots, wenn die IT-Werte irgendwann mal einbrechen. Meine Meinung zur Amazon-Aktie kennst du ja.

Die langfristige Rendite ist für mich ein Ergebnis aus kostengünstigen Produkten + Geduld².
Dafür stehen meine ersten beiden Kennzahlen.

So…Tacheles gibt es dann im Monatsrückblick für Januar 2018 

Aber jetzt würde mich eines interessieren:
Welche Kennzahlen stehen für dich im Vordergrund?

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Ein Gedanke zu „Meine 3 wichtigsten Depot Kennzahlen für das Börsenjahr 2018

  • Januar 12, 2018 um 6:37 pm
    Permalink

    Hallo Felix,
    also meine Top 5 sind:

    1) Performance bzw. Rendite des Portfolios im Vergleich zu einer adequaten Benchmark über verschiedene Zeiträume
    2) Volatilität bzw. Schwankungsbreite inkl. maximaler Drawdown vom Höchstkurs im Vergleich zu einer adequaten Benchmark über verschiedene Zeiträume
    3) Direkte und indirekte Kosten des Portfolios (absolut und prozentual)
    4) Portfolioturnover und Mittelzu- bzw. -abfluss (absolut und prozentual)
    5) Prozentuale Aufteilung der Anlageklassen im Vergleich zur Zielgewichtung

    Es spricht auch nichts dagegen, die Reihenfolge nach eigenem Gusto zu ändern, die Dividendenrendite hinzuzunehmen usw. Aber wichtig ist, dass man überhaupt hinschaut.

    Meinen Artikel dazu – die Investor-Feedback Loop – findest Du hier:
    https://www.covacoro.de/2017/06/06/die-investor-feedback-loop/

    Grüße Covacoro

    Antwort

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