Minimalismus light

Okay, ich gestehe. Ich habe mich ein wenig anstecken lassen von einem Modethema. Denn Entrümpelung und Konsumverzicht sind so hip wie nie zuvor.

Der Kenner spricht von Minimalismus oder Downshifting.

Das Thema wird ja auch in einigen Blogs, wie zum Beispiel einfachbewusst, Minima Muse, Minimalismus Leben oder auch bei mafis dokumentiert und diskutiert.

Nun bin ich aber kein Single, der sich eine kleine Wohnung suchen, die Luftmatratze auf den Boden legen und eine Bananenkiste in die Ecke stellen kann. Ich bin Familienvater.
Das heißt nicht, dass auch ich regelmäßig entrümpeln muss. Allerdings geht es dabei eher um abgeranzte Kuscheltiere, den nie benutzten Badewannenaufsatz oder den demontierten Holz-Laufstall, der im Keller selbstständig mit dem biologischen Abbau begonnen hat.

Aber auch im Rahmen der allgemeinen Lagerplatz- und Lagerflächenoptimierung, finden sich regelmäßig neue Potentiale. Vor zwei Wochen ist mir ein Bereich im Arbeitszimmer ins Auge gefallen. Auf, in und vor einem Billy Bücherregal, lagerten seit unserem Einzug Relikte aus den 90er- und frühen 0er-Jahren: Bücher, CDs, PC- und Video-Spiele.

Hier kam nun mein Minimalismus-Drang zum Vorschein.

Mit Büchern habe ich ohnehin abgeschlossen. Also nicht generell, sondern mit gedruckten Büchern. Ich leihe mir gerne welche aus und lasse mir auch gerne welche schenken. Nach dem Lesen können sie aber gerne vererbt, verkauft, verschenkt oder verbrannt werden. Letzteres wäre natürlich böse und der letzte Ausweg.
Vererben kommt noch nicht infrage, also weiter zum zweiten Iterationsschritt: Verkaufen. Das gleiche gilt für alte CDs. Ich höre keine CDs mehr. Hörbücher finde ich zwar im Auto ganz abwechslungsreich, aber nach dem zweiten Mal hören ist die Luft ja auch raus. PC- und Videospiele können ohnehin weg.

In der Vergangenheit habe ich diese Dinge häufig über ebay Kleinanzeigen verkauft, was allerdings schon recht zeitaufwändig ist.

Zum Glück gibt es seit einigen Jahren sogenannte Re-commerce Anbieter, ein Wortmix aus E-Commerce (elektronischer Handel) und Re (wieder oder zurück). Diese Online-Ankaufs-Plattformen, wie zum Beispiel sellorado*, zoxs*, reBuy oder Flip4New*, kaufen gebrauchte Ware an, um sie selbst wieder zu verkaufen. Natürlich möglichst mit Gewinn.

Der Vorteil für mich als Verkäufer liegt in der einfachen Abwicklung. Ich kann alles an einen Käufer senden und das ganze per Post. Ich muss nicht jedes Buch oder jede CD einzeln verpacken, den Zahlungseingang vom Käufer prüfen und dann zur Post dackeln.
Im Gegenzug fällt der Verkaufspreis etwas niedriger aus.

Ich hatte also die Wahl: Entweder ich verkaufe den Krempel zu einem etwas niedrigeren Preis oder ich erhoffe mir mehr Geld, wenn ich alle Artikel einzeln bei ebay reinsetze oder mich auf den Flohmarkt stelle. Die beiden letzten Varianten sind mir zwar sympathischer, aus Gründen des Realismus, habe ich mich aber für die erste entschieden.

Mit reBuy habe ich schon Erfahrungen gemacht. Zweimal hat der Anbieter bei Erhalt der Ware die Qualität eines Buches bemängelt und dieses wieder zurück geschickt.

Jetzt aber erstmal zu meinem “Fang”, den es zu verkaufen galt. Es waren sogar ein paar recht neue Sachen dabei, die ich geschenkt bekommen habe.

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Wenn du auch gebrauchten Kram verkaufen willst, kann ich dir die Seite Wer zahlt mehr empfehlen. Hier kannst du für jeden Artikel die ISBN-Nummer eingeben oder scannen. Die Seite zeigt dir dann, welchen Betrag dir die jeweiligen Anbieter zahlen würden. Bei Anmeldung auf der Seite, kannst du sogar mehrere Artikel eingeben und die Anbieter nach der insgesamt gebotenen Summe für alle Artikel sortieren.

Das habe ich stellvertretend mit den wertvollsten Artikeln meines “Fangs” gemacht.

ZOXS AnkaufMit einem Angebot von 34,57 € lag der Anbieter zoxs* vorne. Dort ist ab 30 € ist der Versand sogar kostenfrei. Darunter gibt es gestaffelt vergünstigte Paketscheine. Je nach Zusammensetzung der Artikel, kann der beste Anbieter bei dir aber ein ganz anderer sein.

Ich aber habe also alle Artikel über die zoxs* App eingescannt. Der Paketschein kam direkt per E-Mail. Die Artikel habe ich in einem alten Karton gut verstaut, Paketschein drauf und weg damit. Nach Eingang des Paketes, sowie nach positiver Prüfung des Inhaltes erhielt ich jeweils eine weitere E-Mail. Zwei Tage später war das Geld auf meinem Konto.

Zusätzlich zum finanziellen Zubrot, schlich sich ein gewisses Gefühl von Befreiung ein. Der Krempel ist raus, man hat zusätzlichen Platz und mehr Ordnung. Als Familienvater habe ich nicht die Möglichkeit auf so viel zu verzichten, wie mache Hardcore-Minimalisten es können.

Aber mit meinem “Minimalismus light” bin ich auch ganz zufrieden! 

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7 Gedanken zu „Minimalismus light

  • Juni 28, 2016 um 7:22 pm
    Permalink

    Huhu, ich bekenne mich auch zum Minimalismus light (guter Begriff).

    Habe letztens 4 Tüten Altkleider aus meinem Schrank ausgemistet (der komischerweise genau so voll aussieht wie vorher). Habe meine ganzen Münzen nach 14 Jahren Sammelei endlich auf die Bank gebracht und einen Werbeprospekt abbestellt. Es ist absurd, dass man sich darüber freut, wenn man weniger hat als vorher. Krempel belastet.

    Antwort
    • Juni 29, 2016 um 4:36 am
      Permalink

      Oh ja der Kleiderschrank ist bei mir auch noch dran. Achtung, jetzt kommt ein Praxis-(Freak)-Tipp:
      Da bei mir so viele Hemden im Schrank hängen, habe ich letztes Jahr alle Bügel mit einem kleinen Klebezettel beklebt.
      Wenn ich ein Hemd raus genommen und angezogen habe, kam der Zettel weg.
      In einigen Monaten steht Inventur an. Ich glaube, die meisten Zettel sind noch dran…

      P.S. ich war im Bereich Logistik und Prozessoptimierung tätig 😉

      Antwort
  • Juni 29, 2016 um 9:15 am
    Permalink

    Hallo Felix,

    bei Büchern bin ich altmodisch. Die brauche ich in physischer Form und nach dem Lesen kommen sie in den Schrank – die gebe ich nicht wieder her 🙂
    Ich sitze so schon viel zu viel vor flimmernden Bildschirmen …

    Herzliche Grüße aus Leipzig
    Christoph

    Antwort
    • Juni 29, 2016 um 5:23 pm
      Permalink

      Hey Christoph,
      Ja der Grat ist manchmal recht schmal zwischen sammeln und aussortieren.
      Ich habe vor einigen Jahren auch noch gerne meine Bücher im Schrank gesehen.
      Nach dem Umzug hat sich das irgendwie geändert…
      Aber wenn man Freude daran hat und einen “Mehrwert” für aich sieht, ist das doch auch okay.

      Viele Grüße in die alte Heimat!
      Felix

      Antwort
  • Juli 1, 2016 um 2:44 pm
    Permalink

    Auch wir haben vor zwei Jahren gleich 7 Pakete an rebuy, momox und Konsorten geschickt – trotzdem sind Wohn- und Arbeitszimmer noch voller Bücher ;-). Zuletzt habe ich jetzt alle CD-/DVD-Hüllen entsorgt und alles dank Plastikhüllen auf minimalem Raum untergebracht – die Wohnung gewinnt Platz. Als nächstes werde auch ich meinen Kleiderschrank mal ausmisten – habe bald Urlaub und nach der EM weiß ich abends ja auch nicht mehr was ich tun soll ;-)… Dann reduzieren sich meine Hemden vermutlich auch auf eine Hand voll, die ich (wenn überhaupt) anziehe.
    Mich befreit das Gefühl der Leere nach dem Aufräumen auch immer total – zu viel Krams nervt einfach nur. Dabei fällt mir gerade der Keller ein – der Ort des verschobenen Wegwerfens. Alles, was zuviel Platz wegnimmt, aber “vielleicht noch mal gebracht werden kann”, landet bei uns dort. Ich fürchte, das wird die nächste Großbaustelle werden.

    Liebe Grüße
    Dummerchen

    Antwort
    • Juli 1, 2016 um 3:53 pm
      Permalink

      Hallo “Dummerchen”,
      der Keller ist bei uns seit dem letzten Umzug auch noch eine Großbaustelle.
      Und ich habe das Gefühl, dass auch der gesammelte Wert im Keller mit den Jahren immer größer wird.
      Aber was man nicht benutzt, kann raus. Ich räume gerne auf, leider habe ich aktuell zu wenig Zeit dafür…
      Ich bin mir auch sicher, dass Ordnung schaffen Geld spart. Klingt zwar irgendwie komisch, aber vielleicht merkt man erstmal, wie viel Zeug man sinnloser Weise gekauft hat.
      Zum Thema EM: kurioserweise schaffe ich derzeit einiges mehr. Halb acht sind die Kids im Bett. Bis neun Uhr ist also Zeit 🙂

      Antwort
  • Juli 2, 2016 um 4:54 am
    Permalink

    Witzig, wir haben auch gerade Pakete-weise Bücher zur reBuy geschickt und kommen auf etwa 100€ dort. Bücher lese ich eigentlich nur noch in elektronischer Form oder wenn es sie nur gedruckt gibt, werden sie meistens direkt nach dem Lesen wieder verkauft.

    Der Kleiderschrank ebenso wie die Küche stehen noch auf der TODO-Liste. 🙂

    Ich glaube ich werde den Tipp mit den Klebezetteln an den Hemden mal befolgen. Generell finde ich den Minimalismus-Gedanken faszinierend, bin aber noch meilenweit davon entfernt.

    Aber es tut gut, den alten Plunder endlich los zu werden und damit auch noch Geld zu verdienen.

    Viele Grüße
    Tobias

    Antwort

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