Optionen vs. Optionsscheine

Ich freue mich sehr, dir heute den ersten Gastbeitrag auf diesem “Meta-Blog”* vorstellen zu dürfen. Vor einigen Tagen habe ich easydividend in den Finanzblogroll aufgenommen, aber leider bei der Blogvorstellung die Begrifflichkeiten Optionen und Optionsscheine ein wenig verwurschtelt. Asche auf mein Haupt.

Um dich und vor allem mich diesbezüglich aufzuklären, habe ich Chri um ein paar erklärende Zeilen gebeten.

Ab geht’s

Danke an Felix, dass ich diesen Beitrag hier veröffentlichen darf.

Hiermit möchte ich einmal klar stellen, dass es gewaltige Unterschiede zwischen Optionsscheinen und dem Optionshandel an sich gibt. Wo liegen die Unterschiede, und warum ist es so wichtig, den Unterschied zu kennen? Wird einer zum Beispiel von Banken mit dem falschen Produkt geködert, wird er eventuell eine Menge Geld verlieren. Ich glaube, dass schon die Benennung an sich jegliche Interessenten hinters Licht führen soll. Egal bei welcher Bank nachgesehen wird, überall finden sich Infos zu Hebelprodukten wie Optionsscheine. Im Internet gibt es Lektüre zu diesem Themengebiet auch wie Sand am Meer.

Warum gibt es aber kaum Quellen zu guten Informationen über den Optionshandel? Reiner Zufall oder wollen die Banken wirklich etwas geheim halten? Ich bin davon überzeugt, dass es so ist. Wenn alle Leute den Unterschied zwischen Optionsscheinen und Optionen kennen würden, würde niemand mehr diese Scheine kaufen.

Es mag ja vielleicht sein, dass sie mit der Geheimhaltung bis jetzt ziemlich erfolgreich waren, doch nun bin ich da. Meine Leser sind klüger und werden hoffentlich in stetigen kleinen Schritten erfolgreicher als alle, die weiterhin Optionsscheine handeln.

Was ist ein Optionsschein?

Ein Optionsschein gibt dir theoretisch das Recht einen Basiswert (z.B. Aktien, oder Rohstoffe) zu kaufen oder zu verkaufen. Du musst allerdings den Schein erstmal bezahlen, und spielst damit immer gegen die Bank. Der Basiswert wird dir aber nicht physisch eingebucht, wie bei den Optionen. Beim Optionsschein hat sich der Barausgleich durchgesetzt. Dies bedeutet dass bei Ausübung nur der Differenzbetrag ausbezahlt wird, und der Gegenwert (Aktie, Rohstoff) kann nicht in deinen Besitz übergehen. Die Bank ist der Emittent (= Jemand der Wertpapiere ausgibt). Du kannst die Verkaufsseite des Scheines gar nicht einnehmen, das bedeutet, solange Dein Schein nicht ausgeübt wird, verlierst Du Geld. Mit jedem bezahlten Schein verlierst Du reales Geld. Im Falle des Optionsscheines sind die Banken der Stillhalter, wie ich der Stillhalter bei meinen Optionen bin.

Optionsscheine sind manipulierbar

Wie ich bereits geschrieben habe spielst du gegen die Bank. Grund dafür ist unter anderem, dass jede Bank unterschiedliche Preise und unterschiedliche Regeln aufstellt. Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Die Banken können die Kurse bei unserem Kauf hoch ansetzen, und bei unserem Verkauf niedrig ansetzen. Dieser Umstand alleine macht es mir leicht die Finger davon zu lassen. Jetzt kommt der Ober-Hammer: Ich habe gelesen, dass in den USA diese Scheine sogar verboten sind. Dieses Land kümmert sich anscheinend etwas besser um seine Anleger.

Totalausfall bei Optionsscheinen

Bei Optionsscheinen, die du bei der Bank kaufst, besteht sogar die Gefahr des Totalverlustes. Sollte der Emittent (in diesem Fall die Bank) insolvent werden, ist das investierte Geld schlicht und ergreifend verloren. Gehd die Bank also bankrott, wird der Schein wertlos und wir schauen durch die Finger auf gut österreichisch. Mit einem Optionsschein haben wir zwei Gegenspieler, nämlich den Markt und die Bank.

Was ist eine Option?

Der Käufer einer Option hat ebenfalls das Recht einen Basiswert (z.B. Aktie) zu kaufen oder zu verkaufen. Der Verkäufer der Option ist hier allerdings nicht die Bank, sondern ein anderer Anleger, vielleicht sogar ein Privatanleger. Der Preis der Option hängt von der Schwankungsbreite des Basiswertes, dem Zeitwert und dem inneren Wert ab. Verkauft ein Anleger eine Option und wird ausgeübt muss er eventuell Aktien kaufen. Allerdings besitzt er diese Aktien anschließend. Er ist also Teilhaber des Unternehmens und an Dividendenzahlungen berechtigt. Später kann er die Aktien vielleicht mit einem satten Kursgewinn wieder verkaufen.

Optionen sind nicht manipulierbar

Optionen sind standardisiert. Sie werden an den Terminbörsen CBOE (Chicago Board Options Exchange) in Amerika und Eurex (European Exchange) in Europa gehandelt. Der Preis der Optionen setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen, diese können aber nicht manipuliert werden. Es gibt keine Banken die durch den die Änderung des Kurses profitieren würden. Optionen können von jedem ge- und verkauft werden. Durch einen Online-Broker bekommt man Zugang zu diesen Finanzinstrumenten. Allerdings sollte man vorher darauf achten wo man ein Depot eröffnet, da es im deutschsprachigen Raum noch nicht viele Broker gibt, die den Optionshandel anbieten.

Totalverlust beim Optionshandel

Wie bereits im vorigen Absatz beschrieben bekommt man durch einen Online-Broker Zugang zu den Optionsmärkten. Sollte dieser Broker allerdings insolvent werden, ist das investierte Geld aber nicht weg. Die Produkte an der Börse gelten als Sondervermögen und müssen im Insolvenzfall an einen anderen Broker weitergereicht werden.

Fazit

Wenn Du Optionen handeln willst, und dein Bankberater sagt zu dir, dass du wahrscheinlich Optionsscheine meinst, verlasse unverzüglich die Filiale. Optionsscheine werden im Handelssegment Euwax der Börse Stuttgart gehandelt. Optionen werden an der Eurex gehandelt. Vielleicht ist Dir auch aufgefallen, dass die Namen ziemlich ähnlich klingen. Und wieder schließe ich hier reinen Zufall aus. Der Bankberater weiß wahrscheinlich selbst nicht, dass es die Eurex gibt. Ein gut gemeinter Rat an Dich: Lass einfach die Finger von solchen Bankangeboten. Such Dir einen vernünftigen Online-Broker und beschäftige dich mit der Stillhalterstrategie. Es wird mehr für dich herausspringen.

Die Vorteile der Optionen liegen für mich klar auf der Hand: Kursmanipulationen sind nicht möglich. Es gibt kein Insolvenzrisiko der Emittenten. Optionen können durch Puts als Absicherung gegen Kursverluste verwendet werden. Ich hoffe ich konnte klar machen, dass es keinen Grund gibt Optionsscheine zu handeln. Es mag ja sein, dass es Leute gibt, die dadurch schon Geld verdient haben. Das werte ich aber unter der Rubrik „Glück gehabt“.

Ich selbst versuche durch meine Strategie ein regelmäßiges Einkommen an der Börse zu verdienen. Dies gelingt mir bis jetzt sehr gut. Mit Glück hat das nichts zu tun. Ich verlasse mich auf meine Fähigkeiten, die ich mir angeeignet habe, und profitiere davon.

mfG Chri

aufnahme_easydividendAuf easydividend schreibt Chri über Finanzwissen und dokumentiert seinen Weg zur Finanzielle Freiheit. Dabei veröffentlicht er auch regelmäßig seine Dividendenerträge und seinen Depotstand.

 

* Danke für diesen Begriff an Christian von Großmutters Sparstrumpf!
Du kannst jetzt wieder hoch scrollen… 

Möchtest du ab sofort über neue Beiträge informiert werden?
Dann melde dich jetzt für meinen Newsletter an.

Email

Teilen macht Freu(n)de... Share on Facebook0Tweet about this on TwitterShare on Google+0Pin on Pinterest1Email this to someone

2 Gedanken zu „Optionen vs. Optionsscheine

  • August 10, 2016 um 3:37 pm
    Permalink

    Danke für die Aufschlüsselung, damit hast du bei mir ein wenig Licht ins Dunkel gebracht.
    Persönlich werde ich zwar bei meinem Buy&Hold Ansatz bleiben, aber ein wenig extra Wissen kann ja nie schaden. Danke dafür. 🙂

    Gruß, Finanzhecht

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.