Fulfillment Curve – Wird es mein Leben besser machen?

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass der Kauf einer Ware zu einem Glücksanstieg führen kann. Egal ob es sich um große oder kleine Anschaffungen handelt. Die Erfüllung von Träumen und Wünschen, kann regelrechte Euphorie auslösen.

Luxus gilt unter Minimalisten und Frugalisten häufig als unnötig und wird mit Verschwendung gleichgesetzt.

Aber wo beginnt Luxus?

Um das zu visualisieren, bedienen wir uns der Fulfillment curve (Glückskurve oder Erfüllungskurve). Die Bedeutung könnte man auch mit Genugtuung oder Zufriedenheit gleichsetzen.

 Quelle: Investment Moats

Die „Fulfillment curve“ stammt aus dem Buch Your Money or Your Life von Vicki Robin und Joe Dominquez. Sie zeigt einen Graph, der das Glückslevel in Beziehung zu den Ausgaben setzt. Also vor allem zu den Dingen, die wir kaufen.

Die Stufen der Fulfillment Curve

1. Basisbedürfnisse

Auf der ersten Stufe stehen die Basisbedürfnisse (Survival). Die meisten Erwachsenen verstehen hierunter das Wohnen (ein Dach über dem Kopf), Essen, Kleidung und Transport. Die Ausgaben sind niedrig, die Zufriedenheit auch.

Beispiel: Mein erstes eigenes Auto war ein VW Polo II. Rostflecken, rauschendes Kassettenradio und Fensterkurbeln. Es hat völlig gereicht, um von A nach B zu kommen. Zumindest meistens, habe ich es geschafft  Komfort war allerdings Fehlanzeige.

2. Komfort

Nach den Basisbedürfnissen kommt der Komfort, also die Annehmlichkeiten. Hierunter verstehen wir in der Regel Sportausrüstung, bequeme Bett-Matratzen oder Waschmaschinen. Alle diese Dinge führen dazu, unser Leben einfacher und schöner zu machen.

Beispiel: Mein zweites eigenes Auto war ein Opel Corsa C. Klimaanlage, Zentralverriegelung, CD-Spieler und Servolenkung. Das war schon echter Komfort.

3. Genug

Die maximale Befriedigung wird im Punkt Genug (Enough) erreicht. Alle Basisbedürfnisse können erfüllt werden und ein gewisser Komfort ist möglich.

Beispiel: Mein eigenes drittes Auto war und ist ein Golf VI Variant. Mehr Platz, Klimaautomatik und ein wenig Schnick-Schnack. Was braucht es mehr?

Es ist sehr wichtig, den Schritt von “Komfort” zu „Luxus“ zu verstehen. Denn hier begehen viele Menschen einen Fehler. Sie glauben, dass „mehr Dinge“ auch zu „mehr Glück“ führen.

Nachdem man das Maximum erreicht hat, führen teurere und mehr Dinge nicht mehr zu einem Anstieg des Glücks!

4. Überkonsum

Der vierte Level ist dann nämlich der Überkonsum (Extravagance).

Ein persönliches Beispiel gibt es hier nicht 

Gib dem Finanzblogroll deine Stimme für den Publikumspreis beim

Ich würde mich sehr darüber freuen! 

5 Strategien für das Einsetzen der „Fulfillment Curve“

1. Verwende die „Fulfillment Curve“ für alle Entscheidungen

Die Fulfillment Curve gilt nicht nur für Autos, Smartphones oder Kaffeemaschinen. Auch der Konsum der Dinge des täglichen Bedarfs (Lebensmittel, Kleidung) lässt sich damit hinterfragen. Mache es dir zur Gewohnheit in der Fulfillment Curve zu denken. Das wird dich sensibler, genügsamer und glücklicher machen.

2. Werde sensibel für deine innere Stimme

Wenn dir deine innere Stimme sagt, dass etwas zu viel ist, dann nimm dir zumindest Zeit darüber nachzudenken. Bereits das Hinterfragen von eigenen Handlungen und die Erkenntnis, dass du selbst entscheidest, ist ein großer Fortschritt.

3. Finde günstige Glücksbringer

In einigen Bereichen, kann man maximales Glück auch durch niedrige Ausgaben erreichen. Typisches Beispiel sind Freizeitaktivitäten. Mich macht es glücklich, wenn wir mit unseren Kindern Fahrrad fahren oder auf den Spielplatz gehen. Es muss nicht immer der teure Freizeitpark sein.

4. Minimiere unnötige Wiederholungskäufe

Konzentriere dich nicht nur auf die großen Ausgaben. Schau dir auch die kleinen, aber sich wiederholenden Ausgaben an. Sie haben einen großen Einfluss auf die Gesamtausgaben. Das sind nicht nur Fixkosten. Es sind auch der Kaffee oder das belegte Brötchen auf dem Weg zur Arbeit.

5. Finde deine Glücksbringer

Häufig werden Menschen nicht glücklich, weil sie gar nicht wissen was sie im Leben eigentlich wollen. Nimm dir eine Auszeit, um dir darüber klar zu werden. Mach eine Liste mit Dingen, die dich langfristig glücklich machen. Dadurch kannst du die vorher beschriebenen Punkte besser einschätzen.

Finde den Ausstieg aus dem Konsum-Kreislauf

Wenn du merkst, dass dich zusätzliche Käufe langfristig nicht glücklicher machen, hast du das Glücks-Konsum-Maximum erreicht. Ab hier werden dir neue Dinge nur noch Geld, Zeit und Nerven kosten.

Mach dir bewusst, an welcher Stelle der Kurve du stehst. Und überlege, wie dich der Konsum in früheren Lebensphasen glücklich gemacht hat. Vielleicht wirst du immer noch Glück empfinden, weil du beispielweise morgens in Ruhe duschen kannst. Früher hattet ihr in der WG vielleicht nur ein Badezimmer mit Badewanne. Ohne Fenster.

Aber auch hier gibt es ein „Genug“. Muss es wirklich die Luxus-Dusche mit Chrome-Garnitur sein? Macht dich das wirklich noch glücklicher? Oder reicht es vielleicht, diesen Luxus nur temporär zu genießen. Zum Beispiel im Urlaub.

Bevor du etwas kaufst, frage dich: Wird es mein Leben besser machen?

Möchtest du ab sofort über neue Beiträge informiert werden?
Dann melde dich jetzt für meinen Newsletter an.

Teilen macht Freu(n)de... Share on Facebook
Facebook
0Tweet about this on Twitter
Twitter
Pin on Pinterest
Pinterest
0Email this to someone
email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.