Manchmal kommt es anders, und manchmal kommt es Holland

Lange haben wir nach dem richtigen Ziel für den diesjährigen Osterurlaub gesucht. Holland zu kalt, Spanien zu teuer, die Türkei und Ägypten nicht sooo beliebt bei meiner Frau. Und eine Fernreise sollte es mit den kleinen Kindern nicht unbedingt sein.

Nach einigen Überlegungen zu den Kriterien Wetter, Unterkunft und Verpflegung, haben wir uns schlussendlich für Chalkidiki entschieden. Nein, dass ist keine Zweigstelle des FC Schalke, sondern eine Region in Nord-Griechenland. Sehr schönes Hotel mit spitzenmäßiger Verpflegung und gutem Service. Die Vorfreude war entsprechend groß. Bei der Gemahlin, den beiden Kindern und natürlich auch bei mir.

Bei Magen-Darm hilft auch keine Alexa

Am Abflugtag – letzte Woche Dienstag – waren alle Koffer gepackt, Zeitungen abbestellt und Aushilfs-Gärtner eingewiesen.

Morgens hatte ich dann dieses Gefühl im Bauch.
Allerdings weniger Schmetterlinge.
Mehr so Magen-Darm.

Normalerweise ist das Beste an einem Magen-Darm-Infekt, dass die ganze Familie mal wieder was zusammen macht. Diesmal hatte es allerdings nur mich erwischt. Auf die Details möchte ich nicht eingehen. Aber an einen Flug war war nicht zu denken. Mit regelmäßigem Durchfall und Erbrechen in zehntausend Meter Höhe zu sitzen, eingepfercht in einem unter-proportionierten Ferienflieger samt einem schallenden Despacito aus den Lautsprechern des Hintermannes – so muss die Hölle aussehen.

Also Reise über den Reiseveranstalter storniert, zwecks Bescheinigung zum Arzt geschleppt und die Reise-Rückversicherung gecheckt.

Glücklicherweise hatten wir schon länger eine Reiserücktritts-Versicherung abgeschlossen. Allerdings hatte ich die Schadenssumme von der Zeit, als wir noch nicht während der Ferien verreisen mussten, nicht auf die neue Zeitrechnung angepasst. Von der Gesamtsumme 3.300 € bekommen wir 10% vom Reiseveranstalter zurück. Von den restlichen 3.000 € sind leider nur 2.000 € durch die Versicherung gedeckt. Den Erstattungsantrag werde ich samt ärztlicher Bescheinigung gegen Ende der Woche an die Versicherung (ADAC) weiterleiten. Ich bin gespannt, ob und wie schnell wie wir das Geld wiedersehen.

Wie zerronnen, so gewonnen 

Zum Glück hatte ich so einen Friedrich-März-Magen-Darm-Infekt – er ging so schnell, wie er kam.

Zwei Tage nach der erfolglosen Abreise, waren sowohl der Essens-, als auch der Urlaubs-Hunger wieder da. Ein erneuter Flugversuch erschien uns allerdings zu optimistisch. Also haben wir für das lange Oster-Wochenende kurzerhand ein Ferienhaus in Holland gebucht. Das Wetter sollte hier ohnehin viel besser werden als am Mittelmeer.

Und was soll ich sagen. Wir hatten eine super Zeit mit bestem Strand-Wetter, vielen Unterhaltungsmöglichkeiten für die Kids und schönen Sonnenuntergängen. Und dem Papa schmeckte das Heineken dann auch schon wieder.

Nochmal zum Thema Reiserücktritts-Versicherung

Es gibt gute und schlechte Versicherungen. Aus meiner Sicht sind alle Versicherungen sinnvoll, die elementare Schäden abdecken. Dazu zählen in erster Linie die Haftpflicht- und die Berufsunfähigkeits-Versicherung. Über letztere lässt sich in manchen Fällen streiten. Für mich als Hauptverdiener mit zwei kleinen Kindern, halte ich sie persönlich für zwingend notwendig.

Andere Versicherungen für den Reisegepäck, Handys oder Vulkanausbrüche in Castrop-Rauxel sind häufig unsinnig. Seit einigen Wochen bekomme ich  ei Facebook regelmäßig eine Krebs-Versicherung angezeigt. Ich persönlich halte eine ausreichende finanzielle Rücklage für sinnvoller.

Und dann gibt es die Kategorie “Kann man machen, muss es aber nicht”. Hier zählen für mich die Faktoren Eintritts-Wahrscheinlichkeit und Mehrkosten. Mit Mehrkosten meine ich den Differenzbetrag, welchen ich für die erhöhte Eintritts-Wahrscheinlichkeit zahlen muss. Oder einfach ausgedrückt: Vier Kranke zum Preis von zwei.

Ein Beispiel: Beim ADAC zahlt man für den Basis-Einzelvertrag 44 € jährlich (zzgl. der ADAC Mitgliedschaft).

Für den Familienvertrag zahlt man lediglich 1 € mehr. Und dass obwohl alle Eltern wissen, dass Kinder gerne Sachen aus dem Kindergarten mitbringen: Infekte, Bakterien und Viren.

Das erhöhte Risiko eines Reise-Ausfalls ist bei einer Familie zweifelsfrei höher als bei einer Einzelperson. Wenn ich für meine Familie eine kaum höhere Prämie zahlen muss, übernimmt der Einzelzahler einen Teil meines Risikos.

Man könnte hier regelrecht von einer sozialen Versicherung sprechen. Okay, die SPD würde vielleicht den Begriff “Respekt-Versicherung” bevorzugen.

Insofern halte ich eine Reiserücktritts-Versicherung für Familien sehr sinnvoll.

Eine Ode an die Niederlande

Gerne hätten wir einen schönen All-Inklusive-Urlaub in Griechenland verbracht. Das Schicksal hat uns allerdings erneut ins Land der tausend Windmühlen geführt.

Wir haben aber nicht lange mit dem kurzfristigen Reise-Ausfall gehadert. Okay, die eine vielleicht etwas mehr als der andere . Letztendlich hatten wir aber tolle Tage in Südholland und sogar deutlich besseres Wetter als in Griechenland.

Ich hoffe, dass uns unsere Versicherung nicht im Stich lässt und zumindest den versicherten Teilbetrag übernimmt.

Bis dahin würden mich eure Erfahrungen zu diesem Thema interessieren. Wie sinnvoll erachtet ihr eine Reiserücktritts-Versicherung? Musstet ihr sie schon mal in Anspruch nehmen und habt gute oder schlechte Erfahrungen damit gemacht?

Abschließend noch mein persönliches Lieblings-Holland-Lied.
Ik hou van Holland! ♥

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3 Gedanken zu „Manchmal kommt es anders, und manchmal kommt es Holland

  • April 25, 2019 um 7:11 am
    Permalink

    Guten Morgen,
    schön zu lesen, dass ihr doch noch eine tolle Reise hattet. Wir möchten nächstes Jahr, nachdem wir unsere Kredite getilgt haben, endlich in den lang ersehnten Urlaub fahren. Ich werde definitiv eine Reiserücktrittsversicherung abschließen, da unsere Große in die Seuchenanstalt (Kindergarten) geht. Das Risiko ist mir mit zwei kleinen Kindern definitiv zu hoch.

    Viele Grüße,
    Maria

    Antwort
    • April 25, 2019 um 7:32 am
      Permalink

      Hallo Maria,
      dann wünsche ich euch schon mal im Voraus alles Gute und einen schönen Urlaub.
      “Lang ersehnt” klingt auch ein bisschen nach “erstens kommt es anders und zweitens als man denkt”. Aber das muss ja nichts Schlechtes bedeuten.
      Dass ihr erst eure Schulden tilgt ist vorbildlich. Ich verfolge regelmäßig und gerne eure Status-Berichte 🙂

      Liebe Grüße
      Felix

      Antwort
  • Mai 12, 2019 um 6:02 pm
    Permalink

    Hallo Felix, ja für Familien mit hohen Reisekosten ist sicher sinnvoll. Ich habe mich damit noch nie beschäftigt, weil ich das bisher für wirklich überflüssig hielt. 🙂 So wie tatsächlich auch viele andere Versicherungen… Ich teile deine Meinung, dass man lieber selbst eine Rücklage bildet, anstatt an alle möglichen Versicherungen zu zahlen, wo man nie weiß, was man jemals wirklich in Anspruch nehmen muss…
    In Bezug auf Reise: Ich denke aber auch, dass man mit Kindern auch gute Urlaube mit wenig Geld machen kann, wo dann dann Risiko einfach deutlich geringer ist.

    Antwort

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