Passives Einkommen – Die Frage nach dem Warum

Bis Ende des Monats läuft die Blogparade Passives Einkommen von Vincent (freakyfinance.net).

Meine Meinung zum Thema, habe ich bereits im Artikel Einkommen, Investieren, Abseits – hauptsache passiv! beschrieben. Aus meiner Sicht gibt es – abgesehen von Kapitalerträgen – kein passives Einkommen.

Denn niemand verdient Geld durch Rumsitzen.

Außer die paar (Un-)Glücklichen, die das Geld von Mami und Papi in den Allerwertesten gesteckt bekommen.

Die Blogparade “Passives Einkommen”

Die Resonanz zur Blogparade ist sehr groß. Vincent scheint die Werbetrommel erfolgreich gerührt und gute Anreize gesetzt zu haben.

Außer den Artikel der Beziehungsinvestoren, habe ich zunächst keinen Beitrag der Blogparade gelesen. Zwischen Tagesschau und Fussball, habe ich dann doch auch in einige Beiträge geschaut.

Die meisten Teilnehmer schreiben über Wertpapiere, P2P-Anlagen, Immobilien und selbstständige Tätigkeiten. Im Großen und Ganzen ist man sich einig, dass es das rein Passive Einkommen nicht gibt.

Positiv ist, dass das Passive Einkommen für viele Teilnehmer lediglich eine untergeordnete Rolle spielt.

Meine Meinung zum Passiven Einkommen

Wie bereits erwähnt, habe ich mich bereits zum Thema Passives Einkommen geäußert.
Dem habe ich auch nichts mehr hinzuzufügen.

Allerdings traf mich beim Lesen der Blogbeiträge eine wichtige Erkenntnis!

— Achtung, kurzer Exkurs —

Du kennst bestimmt folgenden Spruch:

Love it, change it or leave it.

Frei interpretiert bedeutet er (für mich) Folgendes:

1. Love it
Wenn dir etwas gut gefällt, dann solltest du verdammt nochmal wertschätzen. Sei es die Arbeit, dein Studium, dein Partner. Nimm es nicht nur hin, sondern mach dir bewusst, dass du in diesem Bereich echt Glück hast.

2. Change it
Wenn dir etwas nicht gefällt, dann versuche es zu ändern. Hör auf zu jammern, wenn dein Auto ständig kaputt ist oder du ein paar Kilogramm zu viel auf den Rippen hast. Änder es doch! Such dir ein zuverlässigeres Auto. Oder mach endlich Sport und ernähre dich gesünder!

3. Leave it
Wenn dir etwas nicht gefällt und du es auch nicht ändern kannst, dann trenne dich davon. Dir macht der Job keinen Spaß, die Kollegen sind doof und der Arbeitsweg ist weit. Dann such dir doch einen neuen Job. Viele aber verharren in der Situation, weil sie Angst vor Veränderung haben. Ich selbst habe meinen Job gewechselt, obwohl die Kollegen klasse waren. Allerdings wollte ich mich fachlich verändern. Was soll ich sagen? Es war eine Entscheidung, mit der ich sehr glücklich bin.

— Zurück zum Thema Passives Einkommen —

Bevor man mit dem Aufbau zusätzlicher Einkommensströme beginnt, sollte man sich doch zunächst die Frage stellen: “Wofür brauche ich überhaupt Passives Einkommen?”

Oder anders gesagt:

Du brauchst keine Lösung, wenn du kein Problem hast!

Habe ich ein Problem?

Ich persönlich habe einen Job der mir gefällt. Vielleicht auch, weil ich ihn so gestalte, dass er mir gefällt (change it). Außerdem werde ich gut bezahlt. Wofür brauche ich also zusätzliches Einkommen? Welchen Mehrwert bringt es mir?

Eines ist sicher: Die Zukunft ist unsicher.
Demografischer Wandel, Digitalisierung, soziale Ungleichgewichte, religiöse Fanatiker, dumme Politiker.

Ich kann es nicht ändern und nicht vorhersagen.

“Man muss die Zukunft abwarten und die Gegenwart genießen oder ertragen.”
(Wilhelm von Humboldt)

Wie ist meine Situation heute, in der Gegenwart?

Ich habe einen Job, den ich vermutlich noch 30 Jahre ausüben kann.
Ich habe eine tolle Frau, die ich liebe und die mich liebt.
Ich habe zwei tolle und gesunde Kinder.
Ich wohne in einer schönen Wohnung.
Ich lebe in Frieden.
Ich lebe in Wohlstand.
Ich bin gesund.

Und um mal wieder etwas monetärer zu werden: Ich bin nicht finanziell unfrei!

Wenn eine Steuernachzahlung oder eine umgeplante Autoreparatur ansteht, muss ich nicht in Schweiß ausbrechen. Ich habe einen finanziellen Puffer. Ich muss mir keine Sorgen um Geld machen.

Im Gegenteil – ich verfolge eine Sparquote von 10-15%.

Wofür brauche ich also Passives Einkommen?

Ich lese vermehrt von Leuten, die möglichst viel schuften, um schnell reich zu werden. Das Mantra von und bei Tim Schäfer lautet: Spare und arbeite wie ein Verrückter und du bist mit 40 Jahren finanziell frei.

Nix für ungut Tim, aber ich habe auch ein Leben vor dem 40. Geburtstag. Das ist sogar ein Lebensabschnitt, in dem ich weniger arbeiten möchte. Ich habe zwei Kinder, mit denen ich lieber Zeit verbringe als am Abend beim Zweitjob zu kellnern. Mit 40 Jahren, wenn die Kinder selbstständiger sind, habe ich vermutlich mehr Zeit für den Job und die Karriere.

Versteht mich nicht falsch: ein genügsamer Lebensstil, eine gewisse Sparquote und ein langfristiger Investmentansatz sind super.
Aber hier wird  – wie bei vielen anderen Themen auch – häufig übertrieben. Kinderlose DINKs oder Singles protzen mit ihren Sparquoten und Renditen.

Mit Freude lese ich dann lieber die Beiträge von Nico auf Finanzglück, der das Leben im hier und jetzt genießt.

Was kann ich besser machen?

Genug gejammert und gemeckert.  Es gibt natürlich auch Bereiche, in denen ich Schwächen habe.
Oder wie man heutzutage sagt: “Potentiale”

Zum Beispiel im Geben. Ja, abgeben.

So gut wie mir und meiner Familie geht es vielen anderen Menschen leider nicht. Aus verschiedensten Gründen.

Auf den Finanzblogs, sowie den entsprechenden YouTube-Kanälen und Facebook-Gruppen, wird derzeit viel über Performance-Vergleiche gesprochen.
Stichwort Schwanzvergleich (Zitat Jens Rabe).

Zudem wird bis ins kleinste Detail über die Definition der finanziellen Freiheit oder des passiven Investierens diskutiert.

Jeder kann tun oder sagen was er will.
Mich langweilen diese Diskussionen langsam.

Tue Gutes und rede darüber

Lasst uns doch mal was Produktives machen!

Deshalb habe ich mich an der tollen Aktion von Stefan (p2p-kredite-vergleich.de) orientiert und ebenfalls 100 € für einen guten Zweck gespendet.

Konkret an die Aktion Lichtblicke.

“Seit 1998 unterstützen wir in ganz NRW Kinder, Jugendliche und ihre Familien, die materiell, finanziell und seelisch in Not geraten sind. Ins Leben gerufen wurde die Aktion von den 45 NRW-Lokalradios, dem Rahmenprogramm radio NRW, den Caritasverbänden der fünf NRW-Bistümer sowie der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe.”
(Quelle: Aktion Lichtblicke)

Oh…meine Sparquote ist gesunken. 

Möchtest du ab sofort über neue Beiträge informiert werden?
Dann melde dich jetzt für meinen Newsletter an.

Teilen macht Freu(n)de... Share on Facebook
Facebook
0Tweet about this on Twitter
Twitter
Pin on Pinterest
Pinterest
0Email this to someone
email

2 Gedanken zu „Passives Einkommen – Die Frage nach dem Warum

  • August 24, 2017 um 10:42 am
    Permalink

    Hallo Felix 🙂 Ich finde es super, dass du spendest. Ich will das in meine monatlichen Bilanzen auch noch einbauen.
    Die Frage nach dem Warum ist wirklich sehr wichtig und gar nicht so leicht zu beantworten. Mittlerweile frage ich mich auch, was die FU langfristig bringen soll: Immer auf der faulen Haut liegen, keine Ziele haben und an nichts arbeiten ist weder gesund noch erstrebenswert! Also kurz, an irgendwas arbeiten muss und will man immer, oder? Das erinnert mich an die Artikelreihe von Lars Hattwig: http://bit.ly/2w0Hfnn. Warren Buffett arbeitet übrigens auch noch …

    LG

    Antwort
    • August 27, 2017 um 6:23 pm
      Permalink

      Hi Lena,
      freut mich zu hören, dass dir auch der Weg wichtiger ist als das ziel. Und dass du mit dem gesparten Geld etwas Gutes tun möchtest. 🙂

      LG / Felix

      Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.