Finanzblogroll Tacheles – FYouMoney

In der Blogreihe Finanzblogroll Tacheles stellen sich Finanzblogger abwechslungsreichen Fragen über Finanzen und Geldanlage – aber auch zu Themen abseits des üblichen Finanz-Gedöns.

Finanzen sind sehr persönlich. Im Gegenzug zu sachlichen und kommerziellen Ratgebern, bieten private Blogs die Möglichkeit, sich offen und ehrlich untereinander auszutauschen. Diese Authentiztät möchten wir weiter fördern. Und fordern.

Als Abgrenzung zu anderen Interviews, sollen die Antworten bei Finanzblogroll Tacheles möglichst kurz und konkret sein.

Heute gibt es den sechsten Teil der Serie. Tacheles redet diesmal Pascal von FYouMoney. Es erwartet dich eine bunte Mischung aus Oral Hygiene, ekelhafte Pflaster im Schwimmbad, den Libido-Dependence-Factor und das #TeamFalter. Aber lest selbst. 

Viel Spaß mit Finanzblogroll Tacheles meets FYouMoney.

Pascal, jetzt ma‘ Tacheles…

Trauerst du Lisa noch hinterher?
Keine Frage, Lisa hatte es mir schon arg angetan und der Korb schmerzte noch lange nach. Aber letztlich muss man es nüchtern als sunk cost betrachten und weiterziehen. Da ist es beim Flirten wie beim Investieren: Wenn man nach dem Kauf von Deutsche Bank Aktien aufgibt, verpasst man auch ein Investment in Apple.

Du bist damals bei ihr abgeblitzt. Sind Investmentbanker einfach hotter als Finanzblogger?
Kommt drauf an – Die Kryphäen unserer Branche, also Legenden wie der Finanzrocker oder der Finanzwesir könnten bei Bloggertreffen alle haben, wenn sie denn wollten. Und unter der Vorraussetzung, dass sich dann doch mal Damen auf die Treffen verirren – was ja zum Glück immer häufiger der Fall ist. Der Rest von uns muss sich leider den Herren von der Wall Street geschlagen geben, fürchte ich.

…warum?
Ein Wort: Nadelstreifen.

Apropos heiß … Aufguss durch Vincent, schwitzender Johannes – Wie oft hast du noch den Albtraum von der „Finanzblog-Sauna“?
Passend dazu wache ich noch immer gelegentlich schweiss-gebadet auf. Die Vorstellung hat sich ins Gehirn gebrannt. Wobei es damals ja um Transparenz in Sachen Depotperformance unter Finanzbloggern ging. Davon war ich kein grosser Fan, wie aus dem Artikel hervorgeht. Gegen ein Finanzbloggertreffen in der Sauna hätte ich dagegen nichts.

Wen würdest du denn gerne mal in der Sauna treffen?
Tim Schäfer – auf ein Schnack über Geld, das Leben in NYC und so weiter. Lisa kann auch gerne kommen.

Kommen wir schnell zum Thema Geldanlage: Wie legst du dein Fuck-You-Money an – in Einzelaktien oder ETFs?
Beides. Fester Prozentsatz meines Einkommen in ETFs. Aktien eher als Spekulation, weil es Spass macht.

Warum eine Mischung aus Einzelaktien und ETFs?
ETFs, weil ich nicht arrogant genug bin zu glauben den Markt dauerhaft schlagen zu können und die Marktrendite vollkommen ausreicht. Aktien, weil es Spass macht Recht gehabt zu haben.

Wie viele ETFs hast du und in welcher Aufteilung?
Momentan noch ca. 70% S&P 500 und dann mehrere EM ETFs (China, Russland…). Dauerhaft möchte ich eigentlich nur zwei haben: 70% S&P 500 und 30% EM. Jetzt kann man viel diskutieren warum S&P 500 anstatt World aber dazu wurde ja schon genug geschrieben.

Was hältst du von Smart-Beta ETFs?
Nichts. Nur ein teurer Marketing-Gag.

Wie hoch ist deine Sparquote?
Habe neulich meine 2019 Abrechnung gemacht und komme auf gute 50%. Wobei es natürlich auf die Berechnung ankommt. Sind 401k Einzahlungen teil des Sparens? Ich habe sie nicht berücksichtigt, weil sie vom Bruttogehalt abgehen und ich in Deutschland ja auch nicht meine Einzahlungen in die Rentenkasse als „Sparen“ angesehen habe.

Bist du damit zufrieden?
Ja, ich schränke mich nicht ein und spare dennoch einen guten Betrag übers Jahr. Ich denke man sollte den Fokus letztlich auch auf absolute Beträge legen.

Bitte vervollständige…

  • Work-Life-Balance ist … Grundsätzlich etwas positives. Ich glaube aber, sie wird oft fehlinterpretiert als „weniger Arbeit“. Dabei sollte es eher intelligenteres/effizienteres Arbeiten sein. Wer in gewissen Jobs und Positionen arbeitet, wird nicht immer einen 9 to 5 Tag realisieren können. Allerdings sind 80 Stunden Wochen auf Dauer auch ungesund. Wer Leidenschaft für seinen Beruf mitbringt und gerne Karriere machen möchte, wird mit längeren Tagen auf Arbeit kein Problem haben. Auf der anderen Seite bietet gerade die Digitalisierung die Möglichkeit für eine zunehmende Fokussierung auf das Wesentliche. Das wird unsere Arbeitsweise zunehmend beeinflussen. Ich glaube unterm Strich zum Positiven.
  • Aktienanalysen sind … Zeitverschwendung.
  • Der Cost Avarage Effekt ist … Statistisch ein Fehler, aber wenn es Anleger hilft mit besserem Gewissen mit dem Investieren zu beginnen, dann bitteschön.
  • Mick Knauff ist … Mein grosses Vorbild in Sachen Oral-Hygiene.

Welches ist dein All-Time Lieblingslied?
„Sky and Sand“ von Paul Kalkbrenner. Erinnert mich immer an Berlin.

Spätestens seit deinem ultimativen “DIY-Finanzblogs-for-Dummies-Start-Up-Guide” schossen neue Finanzblogs aus dem Boden. Allerdings finden sich viele Wiederholungen. Sind deutsche Finanzblogs zu langweilig?
Nicht unbedingt. Es gibt mittlerweile ein breites Angebot an Blogs, die sich zum Teil auf bestimmte Nischen konzentrieren. Braucht es den hundersten Blog, der die Standard-Rechnung aufstellt, wie viel mich mein Starbucks-Kaffee „wirklich“ kostet? Nein. Aber letztlich regelt das der Markt, was man am Kommen und Gehen von Blogs sieht. Und am Ende ist jeder zusätzliche Finanzblog besser als ein weiterer Schmink-Blog.

Braucht es auf Finanzblogs mehr Information oder Entertainment?
Entertainment! Allerdings im Sinne von Infotainment: Die Grundsätze des Vermögensaufbaus sind schnell erklärt. Alles was über 3-4 Artikel hinausgeht ist Liebhaberei oder Finanzpornographie, die keinen Mehrwert in Sachen Rendite darstellt. Aber es kommt auf die Kommunikation dieser einfachen Grundzüge an. Da hat jeder Blog seine Zielgruppe. Beim Finanzwesir werden Anleger angesprochen, die sich sehr für technische Details interessieren. Ich möchte Gruppen erreichen, denen die Theorie zu langweilig ist und die das Thema normalerweise lieber ihrem Sparkassen-Berater überlassen würden. Man muss zeigen: Vermögensaufbau kann Spass machen!

Welche waren/sind deine Lieblingsblogs?
Ich lese gerne die Denkfabrik, Finanzwesir, Tim Schäfer und picke mir die Rosinen aus dem Finanzblogroll. Mr. Money Mustache ist natürlich auch ein „must-read“.

Wohnst du immer noch in den USA?
Yep.

…wo genau?
In New York City.

…und was machst du da?
Ich arbeite in der M&A Beratung und versuche so viel wie möglich vom Land zu sehen. Durch meinen Job komme ich ganz gut rum – zum Teil auch in Gegenden, die ich als Tourist nie besucht hätte.

Wonach sollten Kaugummis schmecken?
Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz.

Wie viel Trinkgeld gibst du?
US-üblich im Restaurant so 20%. Ausser es war wirklich schlecht vom Service her. Dann sehe ich es nicht ein so viel Trinkgeld zu geben.

Schwimmbad oder Baggersee?
Baggersee – Da sieht man die ekelhaften Pflaster & Co im Wasser wenigstens nicht.

Bernie Sanders oder Donald Trump?
Weder noch. Leider gibt es derzeit aber auch keinen vielversprechenden Kandidaten. Buttigieg hat mir bei den Demokraten noch am ehesten gefallen.

Stefan Wolff, Markus Gürne, Anja Kohl. Wann sehen wir dich endlich bei der „Börse im Ersten“?
Ich habe mich ja bereits mehrfach als neuer Moderator der „Börse vor Acht“ beworben. Auch den Social-Media Kanal von Börse im Ersten würde ich liebend gerne übernehmen. Bisher blieben meine Anfragen leider unbeantwortet. Beim Handelsblatt habe ich angefragt, ob es nicht mal ein Poster von Anja als Beilage geben könnte. Leider ebenfalls unbeantwortet.

Erkläre den Libido-Dependence-Factor in einem Satz.
Der Libido-Dependence-Factor ist ein Kronjuwel der Finanzforschung, welche an der Fyoumoney Academy betrieben wird. Der Libido-Dependence-Factor besagt, dass sich die aktülle Marktlage an der Präferenz von Wallstreet-Tradern für eine Haarfarbe bei potenziellen Partnerinnen ablesen lässt. Rot deutet übrigens auf eine Hausse hin. Bei lila würde ich verkaufen.

Was vermisst du an Deutschland?
An Berlin vermisse ich, neben Familie und Freunden, die Bodenständigkeit und klare Kante – hier ist nicht immer alles „SO AMAAAAZING“. Ausserdem ein kühles Kindl und einen gescheiten Döner. An Deutschland im Allgemeinen..mmh…vielleicht ein einigermassen funktionierendes Schienennetz?

…und was vermisst du nicht?
Die Mentalität der meisten Menschen. Das Steuersystem.

Aktuell bist du nur auf Twitter aktiv. Warum nicht auf Facebook oder Instagram?
Facebook ist doch da, wo jetzt unsere Eltern sind, oder? Benutze ich mittlerweile nur noch zur Erheiterung an Aktien-Gruppen. Für Instagram fehlen mir die „Looks“ – Rendite kann gegen „@FitLisa1990 und Co“ nicht ankommen. Twitter ist ein tolles Medium um sich auszutauschen, Links zu sharen und auch der Spass kommt nicht zu kurz.

Wird es irgendwann wieder regelmäßig Beiträge auf deinem Blog geben?
Ich habe mir vorgenommen wieder mehr zu schreiben aber für wöchentliche Beiträge fehlt mir leider die Zeit.

Du bist ja Experte in der Aktienbewertung. Ist Fyou Money überbewertet
Die Frage ob Fyou Money als Konzept überbewertet ist, ist für mich fast das Gleiche wie zu fragen, ob Freiheit überbewertet ist. Vermögensaufbau als Selbstzweck hat begrenzten Mehrwert. Auch das Streben nach Reichtümern wird die meisten Menschen nicht so glücklich machen, wie sie erwarten. Aber Fyou Money stellt für mich Sicherheit dar. Aus dieser Position der Sicherheit kann ich mehr Risiken eingehen, muss mir weniger Sorgen machen und das ist für mich Freiheit. Für andere Menschen mag diese Position der Sicherheit nicht so wichtig sein, das ist sicherlich auch eine Charakterfrage. Auch die Art und Weise, wie man aufgewachsen ist, spielt hier eine Rolle. Wenn man weiss, wie viel Stress Geldmangel in eine Familie bringen kann, der hat wahrscheinlich ein anderes Verhältnis zu Rücklagen und Geld im Allgemeinen.

Kann man mit ETFs reich werden?
Klar – kommt nur drauf an wie viel and wie früh man investiert. Aber ETFs sind kein „Wundermittel“, sie werden nicht plötzlich über Nacht 100% Kurssteigerungen verzeichnen. ETFs sind nur ein Instrument. Ein Instrument, dass mit dauerhaft und konsequent gefüttert werden muss. Ich verstehe die Debatten um den „besten ETF“ häufig nicht, wenn es dann um minimalste Unterschiede in der Kostenstruktur geht. Klar wähle ich einen günstigen ETF aus, aber das wird langfristig nicht so viel ausmachen, wie die Summen, die ich regelmässig einzahle.

Ist dir Geld wichtig?
Absolut, aber nicht als Zahl oder zum Protzen. Geld verschafft mir Freiheit und Gelassenheit. Geld erlaubt es mit tolle Erlebnisse zu realisieren, mehr dazu oben.

Muckefuck, kalter Hund und tote Oma – bist du schon Ehrenbürger von Dresden?
War nur einmal selber vor Ort – reicht aber auch irgendwie.

Woran denkst du beim „Börsenspiel“ von Ravensburger?
An schöne Nachmittage bei meinen Grosseltern und meine ersten Schritte „auf dem Parkett“.

Bitte vervollständige…

  • Die 4-Stunden-Woche ist… für die meisten Menschen leider nicht realisierbar.
  • Vorfreude ist… oftmals besser als das eigentliche Ereignis.
  • In 10 Jahren ist Deutschland… hoffentlich nicht in die wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit abgerutscht. Wenn man sich Debatten, wie zur Tesla-Fabrik, Mietbremse oder den Netzausbau anschaut, könnte man zum Schluss kommen, dass es uns zu gut geht. Alles dauert ewig in Deutschland. Manchmal ist das gut, weil Entscheidungen besser durchdacht werden. Aber die Wirtschaft ändert sich heute schneller als jemals zuvor und wir müssen uns daran anpassen. Wir müssen uns auf unsere Stärken fokussieren: Deutschland hat keine wesentlichen Resourcen, also müssen wir innovativ bleiben. Dafür ist es wichtig wieder ins Bildungssystem zu investieren. Eliten-Förderung ist in Deutschland unbeliebt aber unverzichtbar. Wir haben viele Talente aber der Markt für Talente ist mittlerweile global – viele verabschieden sich zum Studieren, Lehren und Arbeiten ins Ausland.
  • Die Generation Z … wird die Art und Weise, wie wir arbeiten zunehmend beeinflussen. Ich arbeite viel mit Praktikanten und Berufseinsteigern zusammen. Für die sind Kenntnisse im Bereich Data Analystics und digitalen Tools selbstverständlich. Allerdings scheint es auch viele Prinzessinen und Prinzen in dieser Generation zu geben, für die Work-Life Balance bedeutet, dass man jeden Tag um 17 Uhr zum Yoga gehen kann. Vielleicht die Folge des sehr guten Arbeitsmarktes?

Welche drei Eigenschaften braucht ein guter Investor?
Geduld, Gelassenheit, Bescheidenheit.

Bist du im Team Handball oder im Team Fußball?
Radsport – Tour de France ist mein Highlight auf dem Sportkalender.

Klopapier-Falter oder Knüller?
#TeamFalter.

Kraulen oder Brustschwimmen?
Jahrelang das Kraulen für meine Triathlon-Ambitionen trainiert aber leider nie dem Mittelmass entschwommen. Fokussiere mich daher eher auf das Verbleiben oberhalb der Wasseroberfläche.

Womit würdest du am liebsten aufhören, kannst es aber nicht?
Sich mit Anderen zu vergleichen.

Kennst du eigentlich die aktuelle Rendite des Smart Value Shares Picking Approach (SVSPA) von Finn Sören?
Finn-Sören musste leider Privatinsolvenz anmelden und macht gerade einen Entzug bei den „Anonymen Aktienanalysten“ durch. Er hat sich dafür auf einen kleinen Bauernhof in der Nähe von St. Gallen zurückgezogen und betet 100 mal täglich das Mantra „Ich kann den Markt langfristig nicht schlagen“.

Abschließende, lebensphilosophische Monk-Frage: Lautstärke im Auto auf gerade oder ungerade Zahlen?
Immer gerade – bin ja kein Psychopat.

Danke Pascal! (FYouMoney)

Weiter geht es in der nächsten Folge von Finanzblogroll Tacheles mit Annie alias Frau Schnabelkraut. Dann erfahrt ihr alles über heruntergekommene Kneipen in Berlin, #Macherinnen, die Flugangst einer Nomadin, Eisgekühlten Bommerlunder und Vieles mehr!.

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